"Berliner Kammersänger" Bariton Ingvar Wixell gestorben

Er sang mit Weltstars wie Pavarotti, Carreras und Montserrat Caballé und war als Bariton selbst weltbekannt. Doch seine künstlerische Heimat fand der schwedische Opernsänger Ingvar Wixell mehr als drei Jahrzehnte lang in Berlin. Nun ist er im Alter von 80 Jahren in Malmö gestorben. 

Ingvar Wixell 1995 als Falstaff (mit Karan Armstrong): "Unwiederbringliche Auftritte"
DPA

Ingvar Wixell 1995 als Falstaff (mit Karan Armstrong): "Unwiederbringliche Auftritte"


Der schwedische Bariton Ingvar Wixell, einst herausragender Sänger an der Deutschen Oper Berlin, ist tot. Nach Angaben der Oper starb der 80-Jährige nach kurzer schwerer Krankheit am Samstag in Malmö in Schweden.

Wixell kam am 7. Mai 1931 im schwedischen Lulea zur Welt. Als Opernsänger debütierte er 1955 als Papageno in Mozarts "Zauberflöte" in seiner schwedischer Heimat. 1963 kam er nach Berlin. Von dort aus startete er seine internationale Karriere. Wixell habe sein Publikum mehr als drei Jahrzehnte lang mit unwiederbringlichen Auftritten begeistert, darunter als Rigoletto in der Inszenierung von Hans Neuenfels, betonte die Deutsche Oper.

Eine weitere Paraderolle war die des bösartigen Polizeichefs Scarpia in Puccinis "Tosca" - 60 verschiedene Toscas hätten ihn auf der Bühne erdolcht, sagte er bei einer Galaveranstaltung zu seinem 70. Geburtstag.´Damals stellte er in Berlin sein autobiografisches Buch "Alles ist Spaß" vor.

1965 trat Ingvar Wixell für Schweden bei Grand Prix Eurovision in Neapel an. Er erreichte zwar nur den zehnten Platz, aber weil er den Titel "Absent Friend" auf Englisch sang, wurde die lange gültige Regel eingeführt, dass die Teilnehmer in ihrer Landessprache zu singen hätten.

Für seine künstlerischen Verdienste wurde Wixell 1970 mit dem Ehrentitel "Berliner Kammersänger" ausgezeichnet. Seinen letzten Auftritt hatte er 2003 in Malmö in "Ariadne auf Naxos" von Richard Strauss. Seinem Gedenken widmet die Deutsche Oper Berlin die Aufführung der "Messa da Requiem" von Guiseppe Verdi am 14. Oktober.

feb/dpa/dapd



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