Kanadischer Jazzmusiker Paul Bley ist tot

Mit gerade mal 20 Jahren begleitete er Charlie Parker - jetzt ist der kanadische Avantgarde-Pianist Paul Bley gestorben. Er wurde 83 Jahre alt.

Paul Bley im Jahr 1975: ein Leben, mehr als hundert Alben.
Corbis

Paul Bley im Jahr 1975: ein Leben, mehr als hundert Alben.


"Improvisation ist Nahrung für das Hirn der Hörer", sagte er einmal - Paul Bley war einer der einflussreichsten und innovativsten Avantgarde-Pianisten der vergangenen Jahrzehnte. Jetzt ist der kanadische Jazzkünstler Alter von 83 Jahren gestorben. Das melden kanadische Medien unter Berufung auf Bleys Tochter.

Als Kind hatte Bley klassische Musik und Geige gelernt, schon mit fünf Jahren hatte der in Montreal geborene Musiker erste Auftritte mit der Violine. Zwei Jahre später entdeckte er das Klavier und wandte sich immer stärker dem Jazz zu. Als 13-Jähriger gründete er eine eigene Band und trat in Klubs auf. Mit 17 Jahren sprang er für den legendären Oscar Peterson ein. Mit knapp 20 begleitete er Charlie Parker, Charles Mingus und Art Blakey.

Bley veröffentlichte in seiner Karriere weit mehr als hundert Alben und war mit vielen namenhaften Musikern des Free Jazz aufgetreten. Er hatte mit Kollegen den Verband der Jazzkomponisten (Jazz Composers Guild) ins Leben gerufen, 1974 hob er auch sein eigenes Label Improving Artists aus der Taufe. Dennoch zeichnete er seine Musik weiter bei vielen verschiedenen Labels auf, einmal sogar zwei Alben in zwei Ländern an einem einzigen Tag.

Bleys letztes Album war 2014 erschienen, es war allerdings die Aufnahme eines Konzerts in Oslo sechs Jahre zuvor.

eth/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.