Big-Band-Legende Günter Noris ist tot

Er brachte Musik in den Marschierladen: Günter Noris gründete die Big Band der Bundeswehr und machte sie zu einer Institution. Jetzt ist der Musiker im Alter von 72 Jahren verstorben.


Kerpen/Hamburg - Der Gründer der Big Band der Bundeswehr, Günter Noris, ist tot. Er starb nach langer schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren, sagte sein Bruder Helmut Maier am Mittwoch in Bad Kissingen. Noris, der in Bad Kissingen geboren wurde, lebte mit seiner Frau Christine in Kerpen bei Köln und erlag bereits Ende November in einem Krankenhaus seinem Leiden. "Der Tod kam überraschend", sagte Maier. Der Pianist, der zwei Töchter im Alter von 17 und 23 Jahren hat, wurde am 17. Dezember im engsten Familienkreis in Kerpen beigesetzt.

Der am 5. Juni 1935 in Bad Kissingen geborene Noris studierte am Bayerischen Staatskonservatorium für Musik in Würzburg Klavier und Kompositionslehre und gründete anschließend eine eigene Jazzcombo. Ende der fünfziger Jahre war der Pianist Mitglied der Helmut-Brandt-Combo und arbeitete seit 1960 auch als Arrangeur und Dirigent beim Rundfunksender Rias. 1966 begleitete er die Schauspielerin und Sängerin Hildegard Knef auf ihrer ersten Europa-Tournee.

1971 gründete der Klavierspieler und Komponist schließlich eine militärische Eliteeinheit: Die erste Big Band der Bundeswehr. Unter seiner Leitung machte sich das Orchester auch bei breitem Publikum einen Namen. Im Jahr 1979 wurde es sogar als erstes deutsches Orchester in Uniform mit dem renommierten Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet.

1983 kündigte Noris seinen Vertrag mit der Bundeswehr nach internen Problemen. "In erster Linie störte mich die ständige Auseinandersetzung mit der Bürokratie, die die musikalische Kreativität hinderte", begründete er Jahre später seine Entscheidung. Anschließend gründete der Musiker die Gala Big Band. "Ich habe immer versucht, für gute, handgemachte Unterhaltungsmusik zu kämpfen", sagte er.

Bis zuletzt sei Noris noch öffentlich aufgetreten, sagte sein drei Jahre jüngerer Bruder Helmut Maier. Auch Schallplatten habe er weiter produziert. "Aufgrund seiner Krankheit hat er sein Arbeitspensum aber eingeschränkt."

tdo/dpa



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