Fleetwood Mac-Gitarrist: Bob Welch ist tot

Der Mann, der Fleetwood Mac zum Softrock brachte: Mit Songs wie "Sentimental Lady" bereitete Bob Welch eine der erfolgreichsten Platten der Popgeschichte vor - am Erfolg von "Rumours" allerdings sollte er nicht teilhaben. Am Donnerstag wurde er nun tot aufgefunden.

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Corbis

Bob Welch 1978: "Unglaublicher Gitarrist"

Hamburg/Washington - Als die englische Band Fleetwood Mac 1971 einen Nachfolger für ihren Gitarristen Jeremy Spencer suchte, empfahl eine gemeinsame Freundin einen damals in Paris lebenden jungen Amerikaner: Bob Welch. Er sollte bis 1974 bei der Band bleiben und maßgeblich dazu beitragen, dass die sich in dieser Zeit mit großen Schritten vom Vermächtnis ihres ausgestiegenen Gründers Peter Green entfernte. Ursprünglich Teil der British Blues Invasion Mitte der sechziger Jahre, hatten Fleetwood Mac sich unter Green zu einer der wichtigsten Bands Englands entwickelt - Höhepunkt war das Meisterwerk "Then Play On" im Jahr 1969.

Welch brach mit diesem Erbe radikal. Aus seiner Feder stammten notorische Softrockklassiker wie "Sentimental Lady" auf dem Album "Bare Trees". Damit war Welch Wegbereiter eines der größten kommerziellen Erfolge der Popgeschichte - teilhaben allerdings sollte er nicht daran. Als "Fleetwood Mac" 1977 ihr Album "Rumours" veröffentlichten, klang das exakt nach dem Sound, den Welch der Band beigebracht hatte. Bis zum Erscheinen von Michael Jacksons "Thriller" sollte "Rumours" die erfolgreichste Platte der Popgeschichte bleiben. Welch allerdings hatte da die Band bereits wieder verlassen.

Er veröffentlichte zwei Alben mit dem Powerrock-Trio Paris, 1977 folgte seine Soloplatte "French Kiss" (inklusive einer Neuaufnahme von "Sentimental Lady") - der große Ruhm aber blieb ihm verwehrt. Nachdem die Punkrevolution den Sound der mittleren Siebziger hinweggeblasen hatte, war Welch ein Mann der Vergangenheit. Und als Fleetwood Mac viel später in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurden, war er nicht dabei - als einziges Mitglied der Band, wie das US-amerikanische Popmusik-Portal Allmusic.com vermerkt. Dennoch nannte einer der Stars von Fleetwood Mac, die Sängerin Stevie Nicks, Welch einen "unglaublichen Gitarristen". "Er war humorvoll und liebenswert - und klug", fügte Nicks dem US-Fernsehsender CNN zufolge hinzu.

Am Donnerstagnachmittag wurde Welch von seiner Frau in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee tot aufgewunden. Nach Berichten der örtlichen Polizei soll Welch sich in die Brust geschossen und einen Abschiedsbrief hinterlassen haben.

sha/dpa/rtr

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