Bobby Farrell Frontmann von Boney M. gestorben

Der Tod kam überraschend: Bobby Farrell ist am Mittwochmorgen leblos in einem Hotelzimmer in St. Petersburg gefunden worden. Der Boney-M.-Tänzer wurde 61 Jahre alt. Er wird wohl als der erste Popstar in die Geschichte eingehen, der nie einen Ton gesungen hat.

Tod im Hotelzimmer: Boney-M.-Frontmann Bobby Farrell
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Tod im Hotelzimmer: Boney-M.-Frontmann Bobby Farrell


St. Petersburg/Hamburg - Am Vorabend war er noch mit seiner Revival-Band Bobby Farrells Boney M. aufgetreten. Am Donnerstagmorgen um 10 Uhr Moskauer Zeit fand man ihn tot in seinem Zimmer im Hotel Ambassador in St. Petersburg. Das bestätigte Farrells Agent John Seine in Amsterdam. Laut russischen Medienberichten gehen die Ermittlungsbehörden in St. Petersburg nicht von einem gewaltsamen Tod aus. Seine berichtete, Farrell habe sich am Abend zuvor unwohl gefühlt, habe Schmerzen in der Brust und Schwierigkeiten beim Atmen gehabt. "Er hat die Show aber trotzdem gemacht", so der Agent des Tänzers und Boney-M.-Frontmanns.

Mitte der Siebziger wurde er mit einer Serie von Hits der Gruppe Boney M. zum internationalen Star - und das, obwohl er niemals einen Ton gesungen hat. Die charakteristische tiefe, männliche Stimme aus Boney-M.-Gassenhauern wie "Ma Baker", "Rivers of Babylon" oder "Daddy Cool" gehörte nämlich dem deutschen Produzenten Frank Farian. Farrell bewegte nur seine Lippen dazu - und seinen Körper. Farian hatte den Tänzer als Blickfang für seine Disco-Formation gecastet, weil er sich selbst für zu wenig bühnentauglich hielt. "Bobby Farrell auf die Bühne zu bringen, war für mich ein Muss", erklärte Frank Farian kürzlich im Interview auf SPIEGEL ONLINE.

Farrell, der von den niederländischen Antillen stammt, arbeitete vor seiner Karriere mit Boney M. als Discjockey in Holland. Er wurde 61 Jahre alt.

twi/dapd



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