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Soul-Legende: Bobby Womack ist tot

Der Soulsänger und Songwriter Bobby Womack ist gestorben. Er beeinflusste Musikgrößen wie die Rolling Stones, kämpfte jedoch jahrelang gegen Drogenprobleme und schwere Krankheiten.

Los Angeles - Im Alter von 70 Jahren ist am Freitag die Soul-Legende Bobby Womack gestorben. Dies teilte eine Sprecherin seiner Plattenfirma XL Recordings in Los Angeles mit, ohne weitere Details zu nennen. Womack schrieb eine Reihe von Welthits. Unter ihnen waren "Lookin' for a Love" sowie der Song "It's All Over Now", mit dem später die britische Rockgruppe Rolling Stones Riesenerfolge feierte.

"Der Mann, der dich zum Weinen bringen konnte, wenn er sang, hat mit seinem Tod Tränen in meine Augen gebracht", schrieb der Rolling-Stones-Star Ronnie Wood in einer ersten Reaktion auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. "Ruhe in Frieden Soul-Legende, die aus der Seele sang", twitterte der US-Rapper MC Hammer.

Womack kämpfte jahrelang mit Drogenproblemen und schweren Krankheiten. 2012 gelang ihm ein Comeback mit dem Album "The Bravest Man in the Universe" - es war seine erste Platte seit mehr als einem Jahrzehnt. Vor wenigen Tagen trat er noch beim Bonnaroo Music & Arts Festival im US-Bundesstaat Tennessee auf. In diesem Jahr wollte der Musiker, der ganze Generationen von Künstlern beeinflusst hat, auf Europa-Tournee gehen. Sie sollte im Juli beginnen.

"Ein wunderbarer Mensch"

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Soul-Legende Bobby Womack: Die göttliche Stimme
Vor zwei Jahren war bei Womack Alzheimer diagnostiziert worden. In einem Interview mit der BBC hatte er 2013 gesagt, es falle ihm zunehmend schwer, sich die Namen von Menschen zu merken, mit denen er zusammengearbeitet hat.

Deren Zahl ist groß: Keith Richards, Stevie Wonder, Rod Stewart, Lana Del Rey - nur eine kleine Auswahl an Musikgrößen, mit denen Womack zusammenkam. Der Soulsänger und Songwriter wurde 2009 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Mit seinen Geschwistern gründete er unter Leitung ihres Vaters die Gospelgruppe Womack Brothers. Ihre Karriere bekam einen deutlichen Schub, als sie 1962 unter dem Namen The Valentinos von Sam Cooke von dessen Label Sar Records unter Vertrag genommen wurden und wenig später ihren Hit "Lookin' for a Love" rausbrachten.

Nach dem Tod von Cooke 1964 lösten sich die Valentinos auf und Womack begann eine Solokarriere. Einige seiner größten Songs schrieb er aber für andere Stars wie Wilson Pickett, Aretha Franklin, Joe Tex und Dusty Springfield. In den frühen Siebzigerjahren folgten auch eigene Hits wie "That's the Way I Feel about Cha" und "Woman's Gotta Have It", doch sank später sein Stern, und er verschwand weitgehend aus der Öffentlichkeit.

Blur-Sänger Damon Albarn, der Womacks Comeback-Album von 2012 produzierte und mit ihm gemeinsame Auftritte hatte, sagte im März über den Soulsänger: "Es ist ein Wunder zu sehen, wie er sich rehabilitiert und neuem Material und neuen Herausforderungen zuwendet." Womack bekämpfe bis heute seine Dämonen und seine Krankheit. "Aber er ist ein wunderbarer Mensch und wenn er seinen Mund öffnet und seine Stimme erklingt, hört es sich wie etwas an, das von Gott berührt wurde."

bim/AP/dpa/Reuters

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