Celia Cruz ist tot Trauer um die Salsa-Queen

Nie wieder "Azucar!": Die kubanische Sängerin Celia Cruz, weltweit als "Queen of Salsa" verehrt, ist im Alter von 80 Jahren gestorben.


Sängerin Cruz: Königin des Salsa
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Sängerin Cruz: Königin des Salsa

lNew York - Laut amerikanischen Medienberichten starb Celia Cruz am Mittwochabend in ihrem Haus in Fort Lee im US-Bundesstaat New Jersey. Nach Angaben ihrer Sprecherin Silvia Cantarell wurde die geborene Kubanerin 80 Jahre alt. Über das Geburtsdatum der Sängerin kursieren allerdings unterschiedliche Angaben. Cruz, die seit mehreren Jahren an einer Krebserkrankung litt, habe vor ihrem Tod bereits im Koma gelegen. Sie im Beisein ihres langjährigen Ehemannes Pedro Knight und engster Freunde gestorben.

Die mehrfache Grammy-Preisträgerin hat im Verlauf ihrer Karriere mehr als 70 Alben aufgenommen. Cruz feierte seit den fünfziger Jahren Erfolge im bis dahin von Männern dominierten Salsa. Berühmt wurde sie mit der kubanischen Gruppe La Sonora Matancera, mit der sie 15 Jahre lang auftrat. Die um 1924 geborene Sängerin hatte am Musik-Konservatorium von Havanna studiert und stieß Anfang der Fünfziger zu der legendären afrokubanischen Truppe, deren Leadsängerin sie alsbald wurde. 1959, kurz for Fidel Castros Revolution, verließ sie zusammen mit ihrer Band den Inselstaat und flüchtete in die USA. Zurück in ihre Heimat kehrte sie nie mehr. "Castro hat mir nie verziehen", sagte sie einmal.

Cruz war für ihr charismatisches Showtalent und ihre ausgefallenen und grellen Kostüme bekannt. Ihr Markenzeichen war der kreischende Ausruf "Azucar" (Zucker), den sie während ihrer Konzerte immer wieder unter tosendem Beifall von sich gab. Auch mit über 70 Jahren stand die energische Sängerin noch auf der Bühne.

Die Nachricht von Cruz' Tod löste unter kubanischen Musikern Trauer aus. "Kubas Musikszene trauert, weil sie die größte Sängerin ihrer Geschichte verloren hat", sagte der Jazz-Musiker Chucho Valdez gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. In den Rundfunknachrichten des Landes wurde Cruz' Tod dagegen nicht erwähnt. Die 700.000 Mitglieder zählende Gemeinschaft der kubanischen Exilanten in den USA würdigte Cruz indes als Symbol der Exil-Opposition gegen Castro. Der Anführer der Oppositionellen-Gruppe Kubanischer Freiheitsrat, Ninoska Perez, sagte in Miami: "Sie war die beste Botschafterin, die die kubanischen Exilgemeinschaft hatte."

Der dominkanische Komponist Rafael Solano sagte gegenüber der BBC, dass eine Künstlerin von Cruz' Format "nur einmal alle 200 Jahre auf die Welt käme. Wir alle müssen unserer Trauer über ihr Ableben Ausdruck verleihen."

Der lateinamerikanische Schauspieler Edward James Olmos, Initiator des Los Angeles Latino Film Festivals, das am Mittwochabend begann, widmete seine Veranstaltung der verstorbenen Salsa-Königin. "Während der nächsten 16 Tage werden wir ihr Leben und ihre Musik feiern", sagte Olmos.



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