Regimekritischer Chinese Ai Weiwei bringt Heavy-Metal-Album heraus

Gefängnis, Durchsuchungen, Verbote und Gewalt: Immer wieder wird der chinesische Regimekritiker und Künstler Ai Weiwei von den Behörden schikaniert. Nun will er seine Erlebnisse auf bislang ungekannte Weise verarbeiten: in Heavy-Metal-Songs.

Ai Weiwei: "Ich habe alle Texte geschrieben, und ich singe sie"
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Ai Weiwei: "Ich habe alle Texte geschrieben, und ich singe sie"


Hamburg/Peking - Der chinesische Dissident und Künstler Ai Weiwei will im Frühjahr ein Heavy-Metal-Album mit autobiografischen Songs herausbringen. Die Lieder handelten in erster Linie von seinem Leben und seinen Erlebnissen der vergangenen zwei Jahre, sagte Ai.

"Ich habe alle Texte geschrieben, und ich singe sie." Freunde hätten die Melodien unter Anleitung seines Freundes Zuoxiao Zuzhou komponiert. Das Album soll im April oder Mai herauskommen, weil zunächst auch noch ein Musikvideo produziert werden solle. Zwei der Songs handeln von dem blinden Menschenrechtsaktivisten Chen Guangcheng.

Mit dem Musiker Zuoxiao hat Ai bereits einmal zusammengearbeitet: Im Oktober stellten die beiden ihre Version des Online-Sensationshits "Gangnam Style" des südkoreanischen Rappers Psy ins Netz: Mit Handschellen aneinander gefesselt, tanzen Ai und Zuoxiao zu Psys Song.

Immer wieder machen chinesische Behörden dem Künstler das Leben schwer. Im Herbst hatten sie Ai Weiweis Designfirma Beijing Fake Cultural Development die Lizenz entzogen. Behördenvertreter behaupten, Ai hätte Steuern hinterzogen. Der Künstler sagt indes, sie hätten unter anderem Steuerunterlagen beschlagnahmt und nicht zurückgegeben. Es sei deshalb unmöglich gewesen, sein Unternehmen zu registrieren. Ai war zudem im September vergangenen Jahres mit einem Einspruch gegen eine Steuerstrafe in Millionenhöhe gescheitert.

Kritiker werfen den Behörden in China vor, mit dem Steuerverfahren den Künstler mundtot machen zu wollen.

Im April 2011 hatten Sicherheitskräfte den Regimekritiker zunächst ohne Anklage 81 Tage lang an einem unbekannten Ort festgehalten.

kha/dpa

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Pung Sunglung 12.03.2013
1.
Zitat von sysopREUTERSGefängnis, Durchsuchungen, Verbote und Gewalt: Immer wieder wird der chinesische Regimekritiker und Künstler Ai Weiwei von den Behörden schikaniert. Nun will er seine Erlebnisse auf bislang ungekannte Weise verarbeiten: in Heavy-Metal-Songs. http://www.spiegel.de/kultur/musik/chinesischer-kuenstler-ai-weiwei-will-heavy-metal-album-herausbringen-a-888467.html
Gibts doch schon: 川å-郑钱花 Zheng qian hua by Chuanzi (a chinese father's song to his newborn daughter) - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=DFijyd6ehRE)
rainer_unsinn 13.03.2013
2. ...
Zitat von sysopREUTERSGefängnis, Durchsuchungen, Verbote und Gewalt: Immer wieder wird der chinesische Regimekritiker und Künstler Ai Weiwei von den Behörden schikaniert. Nun will er seine Erlebnisse auf bislang ungekannte Weise verarbeiten: in Heavy-Metal-Songs. http://www.spiegel.de/kultur/musik/chinesischer-kuenstler-ai-weiwei-will-heavy-metal-album-herausbringen-a-888467.html
Ich habe mir mal den englischen Blog vom Wei bißchen angeschaut. Mich wundert das nicht das normale Chinesen den Wunsch haben einfach zuzuschlagen wenn sie dem auf offener Straße begegnen. Genauso das die Polizei keine große Lust hat ihn permanent unter Polizeischutz zu stellen. Ist das wirklich so das chinesische Behörden die Arbeit vom Wei behindern weil sie Angst vor einer unbequemen Wahrheit haben? Oder ist es vielmehr so das die Behörden Druck von der Straße kriegen dem endlich mal den Saft abzustellen?
laolu 16.03.2013
3. Oh ja, das chinesische Heavy-Metal-Album
Zitat von sysopREUTERSGefängnis, Durchsuchungen, Verbote und Gewalt: Immer wieder wird der chinesische Regimekritiker und Künstler Ai Weiwei von den Behörden schikaniert. Nun will er seine Erlebnisse auf bislang ungekannte Weise verarbeiten: in Heavy-Metal-Songs. http://www.spiegel.de/kultur/musik/chinesischer-kuenstler-ai-weiwei-will-heavy-metal-album-herausbringen-a-888467.html
wird sich in Deutschland wahrscheinlich verkaufen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln, erfreut sich doch dieser Künstler durch die fortwährende positive Erwähnung in unseren Medien eines relativ hohen Bekanntheitsgrades in diesem unseren Lande.
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