Sänger von Soundgarden Chris Cornell ist tot

Er war neben Kurt Cobain eine der prominentesten Figuren des Grunge: Chris Cornell, Sänger der amerikanischen Band Soundgarden, ist gestorben. Laut Autopsie erhängte er sich.

Getty Images

Chris Cornell ist tot. Der Soundgarden-Sänger starb Mittwochnacht in einem Hotelzimmer in Detroit. Eine erste Autopsie kommt zu dem Schluss, dass sich Cornell erhängte. Eine vollständige Autopsie steht noch aus.

Eine Polizeisprecher hatte zuvor gesagt, dass ein Freund Cornells gegen Mitternacht die Polizei gerufen hatte. Nach ihrer Ankunft im Hotel hätten die Beamten den Sänger reglos im Badezimmer aufgefunden.

Der Tod sei plötzlich und unerwartet gekommen, sagte der Manager des Sängers. Cornells Familie sei schockiert. Nur Stunden zuvor hatte er ein Konzert mit seiner Band gespielt. Cornell war 52 Jahre alt.

Berühmt wurde er in den frühen Neunzigerjahren mit seiner Band Soundgarden, die gemeinsam mit Nirvana und Pearl Jam zum Genre des damals populären Grunge zählte, der hauptsächlich in Seattle produziert wurde. Den Höhepunkt ihrer Popularität erreichte die Band 1994 mit dem Album "Superunknown", das auf Platz eins der Billboard-Charts einstieg.

Soundgarden mischten Punk, Metal und klassische Rockmusik zu einer lauten, aggressiven wall of sound. Großen Einfluss hatten Vorbilder wie Led Zeppelin und Black Sabbath. Auf ihrer wohl besten Platte "Badmotorfinger" von 1991 kamen starke psychedelische Elemente hinzu. Live waren Soundgarden für ihre minutenlangen, kreischenden Rückkopplungsorgien bekannt.

Chris Cornell war bei Soundgarden zunächst Schlagzeuger, wechselte aber bald zur Rhythmusgitarre und wurde Sänger, Texter und Songschreiber der Band. Seine vier Oktaven umfassende Stimme war für die Band genauso prägend wie der Lärm der Gitarren: zwischen druckvoll und rau und vor allem in höheren Tonlagen von schneidender Klarheit.

1997 löste Soundgarden sich nach internen Querelen auf. 1999 veröffentlichte Chris Cornell mit "Euphoria Morning" sein erstes von vier Soloalben. 2006 sang er mit "You Know My Name" den Titelsong des James-Bond-Films "Casino Royale".

Fotostrecke

12  Bilder
Chris Cornell: Pionier des Grunge

Im Jahr 2001 stieg Cornell bei der Supergroup Audioslave ein, die von drei ehemaligen Rage-Against-The-Machine-Mitgliedern gegründet worden war. Die Band produzierte drei Alben und löste sich 2007 auf.

Im Jahr 2010 fanden sich Soundgarden zu einer Reunion zusammen. Zunächst erschien eine Compilation, 2012 erschien dann die Platte "King Animal" mit neuen Songs.

Cornell war zweimal verheiratet und hinterlässt drei Kinder. Lange Jahre war er drogen- und alkoholabhängig, nach einer Entziehungskur aber clean.

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hier finden Sie - auch anonyme - Hilfsangebote in vermeintlich ausweglosen Lebenslagen. Per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch.

kae



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.