Rock'n'Roll-Ikone Chuck Berry ist tot

Er galt als Vorbild der Beatles und der Stones: Nun ist Chuck Berry, einer der wichtigsten Innovatoren des Rock'n'Roll, im Alter von 90 Jahren gestorben.

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Songs wie "Johnny B. Goode", "Roll over Beethoven" und "Sweet Little Sixteen" machten Chuck Berry zur Ikone. Nun ist der Rock'n'Roll-Pionier im Alter von 90 Jahren zu Hause in Missouri gestorben. Die alarmierten Rettungskräfte versuchten vergeblich, ihn wiederzubeleben. Das teilte die Polizei von St. Charles County auf Facebook mit. Die Polizei "bestätigt traurig den Tod von Charles Edward Anderson Berry Sr., besser bekannt als der legendäre Musiker Chuck Berry", heißt es in der Mitteilung weiter. Berrys Familie habe darum gebeten, in ihrer Trauer nicht gestört zu werden.

Chuck Berry, der am 18. Oktober 1926 in St. Louis/Missouri geboren wurde, galt nicht nur als einer der wichtigsten Innovatoren des Rock'n'Roll, er etablierte nicht nur die Gitarre als Hauptinstrument des neuen Stils - er begründete auch das Selbstbewusstsein einer jungen Community, die sich der etablierten Erwachsenenkultur nicht mehr unterordnete. Sein "Duckwalk"-Tanz ist legendär.

       Chuck Berry bei der Performance seinen berühmten "Duckwalks"        im Jahr 1980
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Chuck Berry bei der Performance seinen berühmten "Duckwalks" im Jahr 1980

Rock'n'Roll, das war für Chuck Berry nicht nur eine Musikrichtung, sondern auch künstlerischer Ausdruck und zugleich der erste Schritt zu einer nicht mehr in Schwarz und Weiß getrennten Popkultur.

In seiner Musik verschmolzen Elemente von Blues, Rockabilly und Jazz zu einigen der zeitlosen Popsongs Nordamerikas. Berry hatte größten Einfluss auf fast jeden, der Rockstar-Ambitionen hatte: Keith Richards, Paul McCartney, John Lennon und Bruce Springsteen gehören dazu.

Sowohl die Beatles als auch die Rolling Stones und die Beach Boys coverten seine Songs. Von Bob Dylan wurde die Rocklegende einmal als "Shakespeare des Rock'n'Roll" bezeichnet. Berrys Texte zeichneten sich durch ihre Prägnanz aus, er kreierte eine perfekte Dramaturgie von Form und Inhalt und schuf so eine immerwährend moderne Musikform.

Seinen ersten Hit landete Berry mit dem Lied "Maybellene", das sein Labelchef Leonard Chess aus dem Countrysong "Ida Red" neu arrangierte. 1984 wurde Berry mit dem Grammy ausgezeichnet, zwei Jahre später wurde er das erste Mitglied der "Rock'n'Roll Hall of Fame".

An seinem 90. Geburtstag - am 18. Oktober 2016 - kündigte er für dieses Jahr laut "New York Times" ein neues Album an, es sollte simpel "Chuck" heißen.

Lesen Sie hier ein Porträt über Chuck Berry anlässlich seines 90. Geburtstags.

pem/wth/Reuters



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