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Musikerin Clara Rockmore: Aus der Luft gegriffen

Erst durch eine Verletzung kam die russisch-amerikanische Musikerin Clara Rockmore zu dem Instrument, mit dem sie weltweit berühmt wurde: dem Theremin, eine Art Ur-Synthesizer. Heute feiert Google die Virtuosin.

Das Theremin ist ein faszinierendes Instrument: Es wird beim Spielen nicht berührt, sondern durch die Veränderung der frei schwebenden Hände gesteuert wird. Eine Art Ur-Synthesizer also. "Das Instrument sieht aus, als hätte das Raumschiff Orion es einst mitgebracht von einem fernen Sternennebel", schrieb 1996 die "Zeit". "Ein Kästchen auf dünnen Beinen, eine Art Stehpult, aus dem zwei Antennen ragen."

Das Instrument wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfunden. "Die rechte Hand regelt die Tonhöhe: Je näher sie der senkrechten Antenne kommt, desto höher steigt der Ton", so erklärte es im Jahr 2001 die "Frankfurter Allgemein Zeitung". Mit der linken kontrolliere man die Lautstärke: Je näher die Finger der waagrechten Antenne komme, desto leiser werde der Klang.

Als Meisterin des Instruments gilt Clara Rockmore. Sie wurde 1911 in Russland geboren, an diesem Mittwoch vor genau 105 Jahren. Sie war gerade vier Jahre alt, als sie als Violinen-Schülerin am St. Petersburg Imperial Conservatory akzeptiert wurde, wie es auf der Homepage der "Nadia Reisenberg & Clara Rockmore Foundation" heißt.

Später, als Rockmore in den USA lebte, musste sie das Violinenspiel aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Da hatte sie bereits Lew Sergejewitsch Termen kennengelernt - den Erfinder des Instruments. Über das Theremin sagte Rockmore später: "Ich war fasziniert von seiner Ästhetik, von seiner Schönheit, von der Idee, in der Luft zu spielen." Es war der Beginn einer langen und erfolgreichen Karriere, Rockmore wurde die erste große Thereminsolistin.

Sie starb im Mai 1998 in Manhattan. Doch an diesem Mittwoch erinnert Google auf seiner Startseite an Rockmores Geburtstag:

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Google

Zum interaktiven Google Doodle gibt es folgendes Video zu sehen - und Theremin-Klänge zu hören:

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