Tausendfach gesampelter Beat "Funky Drummer" Clyde Stubblefield ist tot

Es war nur ein kurzes Schlagzeugsolo auf einer James-Brown-Single, aber das "Funky Drummer"-Sample wurde zur Grundlage zahlreicher Hip-Hop-Klassiker. Nun ist Clyde Stubblefield gestorben, er wurde 73 Jahre alt.

Clyde Stubblefield am Schlagzeug im Jahre 2015
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Clyde Stubblefield am Schlagzeug im Jahre 2015


"One, two, three, four - hit it!", rief James Brown seinem Schlagzeuger zu - und der ließ sich das nicht zweimal sagen: Mit einem kleinen, improvisierten Schlagzeugsolo ertrommelte sich Clyde Stubblefield einen Platz in der Popmusikgeschichte. "Ain't it funky?", fragte sein Chef James Brown rhetorisch. Natürlich! Schließlich hieß die Single von 1970, auf der dieser Dialog zwischen Sänger und Drummer zu hören ist, "Funky Drummer".

Der Groove wurde zu einem der meistgenutzten Samples und wurde vor allem von Hip-Hop-Musikern immer wieder in ihre Songs eingebaut, darunter Public Enemy ("Fight the Power"), N.W.A. ("Fuck tha Police") und LL Cool J ("Mama Said Knock You Out"). Die Sample-Spezialisten der Website Whosampled.com haben 1364 Verwendungen des "Funky Drummer"-Samples dokumentiert. Sie finden es bei Minute 5:36 im folgenden Clip.

Stubblefield, der 1943 geboren wurde und in Chattanooga, Tennessee, aufwuchs, lernte James Brown in Georgia kennen und spielte auf zahlreichen Klassikern des "Godfather of Soul" aus den Sechziger- und frühen Siebzigerjahren - darunter "Cold Sweat", "Say It Loud - I'm Black and I'm Proud" und "I've Got The Feelin'".

Doch das Break aus "Funky Drummer" blieb sein berühmtester Groove - obwohl Clyde Stubblefield den Song nicht besonders mochte, wie er 2014 dem Magazin "Paste" erzählte. Für Stubblefield zahlte sich der Nachruhm seines Schlagzeugsolos nicht aus. Erst seit einem Gerichtsurteil 2005 müssen Musiker andere Künstler in den USA für die Verwendung von Tonschnipseln entschädigen. Doch auch danach floss das Geld nicht auf Stubblefields Konto, sondern an die Nachfahren Browns, der als Komponist des Liedes alleiniger Rechteinhaber war.

"Ich habe nie ein 'Danke' erhalten, ein 'Hallo, wie geht's?' oder irgendetwas von den Rap-Künstlern", sagte Stubblefield 2009 in einer Dokumentation. Finanzielle Unterstützung erhielt er von dem im vergangenen Jahr gestorbenen US-Popstar Prince, der den Schlagzeuger bewunderte. Wie Stubblefield nach Princes Tod öffentlich machte, zahlte dieser ihm 80.000 Dollar für eine Krebsbehandlung.

Clyde Stubblefield starb am Samstag im Alter von 73 Jahren an Nierenversagen in einem Krankenhaus in Madison, Wisconsin.

feb/AFP/AP

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