Neuer Name, neuer Sound Bye-bye, Conchita

Mit Geschlechterrollen spielt die Dragqueen Conchita Wurst seit Jahren, sie wurde als Botschafterin der LGBTQ-Bewegung gefeiert. Nun erfindet sie sich neu - in der Musik und als Mensch.

Conchita Wurst Ende Februar beim Wiener Opernball
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Conchita Wurst Ende Februar beim Wiener Opernball


Diva ade: Ausgerechnet am internationalen Frauentag verabschiedet sich die österreichische Kunstfigur Conchita Wurst von ihrem weiblichen Vornamen. In der Nacht veröffentlichte sie den Song "Trash All the Glam" - also: Wirf den ganzen Glamour in den Müll. Dabei überrascht sie nicht nur mit einem völligen neuen Sound. Früher kannte man sie vor allem für gefühlvolle Balladen, heute klingt der Sound härter und elektronischer. Auf dem Cover nennt sich die neue Kunstfigur ausschließlich Wurst, auf Instagram zeigt sie sich komplett in schwarzes Latex gehüllt.

Die Verwandlung der divenhaften und bärtigen Kunstfigur, mit der Tom Neuwirth 2014 den Eurovision Song Contest gewonnen hatte, deutete sich schon länger an. Bereits vor zwei Jahren hatte er in einem Interview gesagt, er brauche Conchita nicht mehr und müsse sie töten. Immer wieder betonte er, die Figur solle männlicher werden (Lesen Sie hier ein SPIEGEL-ONLINE-Interview). Zuletzt trat er öffentlich mit Glatze auf, etwa beim Opernball und einige Tage später in Hannover.

Die Fans im Internet haben zu dem neuen Musikstil eine geteilte Meinung. "Tom! Alles, was Sie schaffen, ist Bewunderung", schreibt ein Nutzer auf Instagram. Ein anderer meint: "Mein Geschmack ist's nicht. Schade, das (sic!) die Ära Conchita wohl vorbei ist."

brs/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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arr68 08.03.2019
1. Die singende Wurst
jetzt aber richtig, vielleicht wäre eine Blume besser gewesen als geschnetzeltes Tier im Darm.
HJS55 08.03.2019
2. Ist mir Wurst
Ich konnte noch nie etwas mit dieser Wurst anfangen.
dasfred 08.03.2019
3. Konsequente Typveränderung
Mal was anderes als nur Haare färben. Conchita war ja nur eine Kunstfigur. Jedesmal wieder diese Rolle auszufüllen stelle ich mir anstrengend vor. Wenn Tom nun Spaß an neuen Sounds hat, ein anderes Körperbewusstsein entwickelt dann finde ich es gut, dass er es auslebt. Besser, als Schlagerfuzzis, die nie mehr aus ihrem einmal geprägten Image herausfinden.
robana 08.03.2019
4. Was die Leute ...
nicht alles tun, um im Gespräch zu bleiben. Warum auch immer, für mich ist "Conchita Wurst" Narzissmus hoch drei (mindestens).
rekcufrehtom 08.03.2019
5. Ist gut
Wer als Kunstfigur zu Ruhm und Ehre kam, muss sich stets radikal verändern sonst wird Frau/Mann schnell vergessen. Wie man es macht, hat auch Madonna vorgelebt. Nun, da sie seit 10, 15 Jahren in dieser Beziehung kürzer tritt, ist sie auch nicht mehr so präsent. So ist das Showbiz.
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