Pop! Nur die "Simpsons" rocken richtig

Von Christoph Dallach

Ein Auftritt bei den "Simpsons" gilt vielen Musikern als Karriere-Highlight. Im Januar war selbst der scheue Tom Waits dabei. Wer über frühe Versionen späterer Top-Hits staunen will, wird bei YouTube fündig. Auch ein umstrittener DJ-Shadow-Auftritt ist jetzt online.

Pop! Springfield Rock City Fotos
Getty Images

Homer-Rock

In der guten alten analogen Zeit träumten Musiker davon, irgendwann auf dem Cover des "Rolling Stone" zu landen. In diesem Jahrtausend gilt für Pop-Helden ein Auftritt bei den "Simpsons" als cooles Karriere-Highlight. So sorgte es durchaus für Aufsehen, als am 6. Januar der eher scheue Grummler Tom Waits bei Homer Simpson auftauchte. Aber damit setzt er nur eine Reihe illustrer Gastauftritte prominenter Kollegen fort. Die Online-Ausgabe des "New Musical Express" bietet eine amüsante Galerie diverser Musiker-Auftritte in Springfield: Zu bestaunen sind so unterschiedliche Künstler wie die Red Hot Chili Peppers, Daft Punk, 50 Cent oder The White Stripes. Robert Smith von The Cure sagte mal, dass ihm seine jüngere Verwandtschaft erst seit seinem Gastspiel bei den Simpsons mit Respekt begegnet.

Schepper-Rock

Zu den besonders mitleidig belächelten Existenzen im Popgeschäft zählen all die Plattenfirmenmitarbeiter, die mal irgendwelche Bestseller oder spätere Stars ablehnten - so wie der arme Kerl, der einst die Beatles abwies. Wie schwierig es aber sein kann, das Potential eines Songs zu erkennen, wird nun auch dank Internet deutlich. Wer sich geduldig durch YouTube klickt, stößt auf zahlreiche ungelenke Frühversionen späterer Klassiker. Einige faszinierende Beispiele hat mal wieder die Online-Ausgabe des New Musical Express aufgelistet: Dabei eine scheppernde Übungsraum-Version des Oasis-Klassikers "Live Forever", ein leiernder John Lennon, der "Child of Nature" klampft, aus dem später "Jealous Guy" wurde, sowie eine erstaunlich tranige Hausmusik-Version von "Don't You Want Me" dem späteren Welthit von The Human League.

Negativ-Pop

Plattenfirmen-Kritik der ungewöhnlichen Art musste derweil die Britin M.I.A. einstecken: Ihr seit längerer Zeit angekündigtes neues Album "Matangi" wurde mal wieder verschoben. Die zuständige Plattenfirma hatte bemängelt, dass die Songs "zu positiv" seien. Nun will die Künstlerin erst mal ausgiebig darüber nachgrübeln, was damit gemeint sein könnte.

Stopp-Pop

Ärger hatte neulich auch DJ Shadow, der genötigt wurde, einen Auftritt in Miami wegen vermeintlich publikumsfeindlicher Musik vorzeitig zu beenden. Mittlerweile haben sich die Verantwortlichen entschuldigt. Wen es interessiert, was für umstrittene Platten der Mann in Miami eigentlich rotieren ließ, kann dem (Kurz)-Auftritt hier lauschen.

Pöbel-Rock

Verlässlich lustig sind dagegen alle Statements der streitbaren Gebrüder Gallagher. Besonders die Frage nach einer Oasis-Versöhnung lässt die zwei Wüteriche in schöner Regelmäßigkeit explodieren. So wie zuletzt Liam Gallagher: "Fuck Oasis as far as I'm concerned and fuck Noel Gallagher. The thought of going onstage with that fucking idiot and hanging out with his daft mates, the pretend drug addicts and all his snobs from Sloane street. Fuck that, not interested, mate."

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Ahem...
angst+money 11.01.2013
war das nicht South Park bei Robert Smith?
2. ...
schraenko 11.01.2013
Legendär finde ich immer noch den Auftritt der Smashing Pumpkins auf dem Hallabalooza Festival. Dürfte aber nur noch den älteren Semestern bekannt sein.
3. Omg...
tzdv9000 11.01.2013
...das Demo von Human League klingt ja tatsächlich wie vollkommen bedröhnte Italo Disco...endgeil! ;-)
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Zur Person
Isa Kreitz
Christoph Dallach, geboren, kurz bevor Sam Cooke starb, trinkt zu viel Sake, schießt beim Tischfußball gern uncoole Tore aus der Mitte, schreibt gegen Geld Texte und verplempert zu viel Zeit im weltweiten Netz. Was er dort an schönem Unsinn entdeckt, sammelt er nun in dieser Kolumne.

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