Pop! Nicht viel, aber alles über David Bowie

Von Christoph Dallach

Pop! Die Rückkehr des Heilands Fotos
Getty Images

Seit sich David Bowie überraschend mit neuer Musik zurückmeldete, sind die Fans in Aufruhr. Wird es Konzerte geben? Wer ist die Frau im Videoclip? Und, verdammt nochmal, wo gibt es Bowie-Seife? Einige Antworten gibt es hier.

Aufgeregt

Als David Bowie am 8. Januar, seinem 66. Geburtstag, seine erste Single seit gefühlten hundert Jahren vom Himmel fallen ließ, bebte das weltweite Netz in selten erlebter Aufregung. Dass der Vorruheständler Bowie mit "Where Are We Now?" noch für so viel Trubel in Blogs, Twitter- und Facebook-Accounts sorgen konnte, erstaunte ihn vermutlich selbst. Der eigentliche PR-Geniestreich bestand aber vor allem darin, dass der "Thin White Duke", der sich in den vergangenen Jahren gut abgeschirmt in Manhattan nur noch für die Erziehung seiner Teenager-Tochter zu begeistern schien, zu all dem virtuellen Wirbel schwieg. Kein Wort der Erklärung verließ sein New Yorker Loft. Dafür brodelten die Gerüchte. Um zumindest einiges davon zu relativieren, erteilte Bowie seinem alten und neuen Produzentenkumpel Tony Visconti die Erlaubnis, dezent zu plaudern. Was der zu Bowies Tourplänen (nein), Gesundheit (Fit) und der Musik unserer Zeit (Öde) zu sagen hatte, ist hier zusammengefasst.

Ungefragt

Dass die Ausführungen von Mr. Visconti vielleicht mit Vorsicht zu genießen sind, belegt der erste Einspruch. Prog-Rock-Gitarren-Titan Robert Fripp (King Crimson) widersprach Visconti, der behauptet hatte, dass Fripp ein Angebot zur Mitwirkung auf dem neuen Bowie-Album abgelehnt habe: "Ich bin nie gefragt worden."

Aufgeklärt

Auch Tony Oursler, Regisseur des bald wohl trillionenfach angeklickten Videoclips zu "Where Are We Now?", plaudert über alles irgendwie Rätselhafte daran. Zum Beispiel, zu wem der merkwürdige Frauenkopf neben Bowie gehört (der Frau des Regisseurs). Und wer ganz genau wissen will, woher all die Berlin-Motive in besagtem Clip stammen, kann das präzise im "Guardian" online erfahren.

Seltsam

Das britische Massenblatt "The Sun" hat eine aktuelle, als Interview verkaufte und wohl auch mit Vorsicht zu genießende Bowie-Zitatsammlung über seine Jugend zu bieten. "Bester Ratschlag mit 18? Nimm keine Drogen!"

Tragisch

Dagegen hat sich Bowies immerhin auch schon 41-jähriger Sohn Duncan Jones, der erfolgreich als Filmregisseur ("Source Code") arbeitet, aus traurigem Anlass für gezielten Drogeneinsatz ausgesprochen. Via Twitter verkündete er, wie sehr Marihuana die mit der Chemotherapie verbundenen Schmerzen seiner krebskranken Frau lindere: "Es ist zugleich wundervoll und lustig, wie sehr Drogen ihr Erleichterung erschaffen."

Gaga

Für sinnfreien und legalen Spaß sorgen allerlei von Bowie inspirierte "Kunst"-Objekte. Die Macher des Blogs "Stereogum" haben aus aktuellem Anlass eine Galerie mehr oder weniger irrer Online-Funde zusammengetragen: Dabei Quatsch wie Bowie-Seife, ein Bowie-Sockenaffe und ein Bowie-Jesus-Porträt.

Kostspielig

Die neue Bowie-Mania treibt auch die Preise für Raritäten des Künstlers in die Höhe. Solvente Fans können zurzeit zum Beispiel 9500 Dollar in das legendäre, zurückgezogene original "Genita"-Cover des Albums "Diamond Dogs" investieren.

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Diamond Dogs
Spinnenflicker 25.01.2013
Tatsächlich? 9.500,- Dollar. Ich habe die LP mit dem Cover noch. :D
2. a-mole
a-mole 25.01.2013
ooooh hoffentlich gibt es eine Tour. Ich würde so gerne mal auf ein Bowie konzert!
3. wohl wahr
TwoSuns 25.01.2013
Zitat von a-moleooooh hoffentlich gibt es eine Tour. Ich würde so gerne mal auf ein Bowie konzert!
Ich habe ihn auf seiner (letzten?) Deutschland-Tour 2002 gesehen und wäre auch direkt wieder am Start. Hört sich aber nicht so an, als ob das was werden würde. Alternativ empfehle ich Peter Gabriel, der dieses Jahr wieder tourt. Ähnlicher Jahrgang, ähnliche Bühnenpräsenz und ebenfalls jede Menge Charisma...
4. Tour wäre klasse
mully 25.01.2013
Aber ich glaube nicht, dass er noch einmal so brillieren könnte wie auf der "Serious Moonlight". Gabriel ist hingegen ein guter Tipp, die "Growing up" war Wucht in Tüten!
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Isa Kreitz
Christoph Dallach, geboren, kurz bevor Sam Cooke starb, trinkt zu viel Sake, schießt beim Tischfußball gern uncoole Tore aus der Mitte, schreibt gegen Geld Texte und verplempert zu viel Zeit im weltweiten Netz. Was er dort an schönem Unsinn entdeckt, sammelt er nun in dieser Kolumne.

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