Aphrodite's Child Demis Roussos ist tot

Mit der Band Aphrodite's Child prägte er den Progrock, später sang er mit Drafi Deutscher und auch deutsche Lieder: Der ägyptisch-griechische Musiker und Sänger Demis Roussos ist tot.

AFP

Hamburg - Geboren und aufgewachsen ist er in Alexandria, seine Eltern waren griechischer und italienischer Herkunft. Im Zuge der Suezkrise verlor die Familie 1958 ihre Habe und kehrte nach Griechenland zurück, der Heimat des Vaters, wo Demis Roussos Klavier und Gitarre erlernte.

Wegen der Militärjunta in Griechenland floh er nach Paris und gründete dort mit dem Musiker Vangelis Papathanassiou, der später unter seinem Vornamen berühmt wurde, die Band Aphrodite's Child. Mit "Rain and Tears" hatten die Exil-Griechen 1968 einen großen Pop-Hit.

Doch Vangelis entwickelte Aphrodite's Child zunehmend in eine experimentellere Richtung. Das Konzeptalbum "666" aus dem Jahre 1972 wurde zu einem Klassiker des Progressive Rock; der Bassist Roussos sang unter anderem bei dem Song "The Four Horsemen" die Hauptstimme.

Nach drei Alben zerfiel die Band, Roussos etablierte sich als Solokünstler. Zu seinen internationalen Hits gehörten Songs wie "My Friend the Wind", "Someday Somewhere" und "Happy To Be On An Island In The Sun". Weltweit verkaufte er Schätzungen zufolge über 60 Millionen Schallplatten.

Auch in Deutschland feierte der Musiker große Erfolge, darunter in den Siebzigerjahren die Top-Ten-Hits "Goodbye My Love Goodbye" und "Schönes Mädchen aus Arcadia". 1989 nahm er das Duett "Young Love" mit Drafi Deutscher auf und stellte es in der "ZDF-Hitparade" vor.

Demis Roussos - Schönes Mädchen aus Arcadia

Demis Roussos - Schönes Mädchen aus Arcadia on MUZU.TV.

Am 14. Juni 1985 wurde der TWA-Flug von Athen nach Rom mit Demis Roussos an Bord von der libanesischen Hisbollah entführt. Er wurde vier Tage später in Beirut freigelassen und sagte, die Entführer seien höflich und nett gewesen. Die meisten Passagiere mussten allerdings insgesamt 17 Tage in ihrer Gewalt bleiben.

Wie verschiedene französische Medien und die BBC melden, starb der Sänger, Multiinstrumentalist und Weltbürger Demis Roussos schon in der Nacht auf Sonntag in Athen. Er wurde 68 Jahre alt.

cbu/feb



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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
Motorkopf 26.01.2015
1. The four Hoursmen
ist wohl das bekannteste; zumindest unter den Rock-Konsumenten!
AndreHa 26.01.2015
2. R.I.P. Demis Roussos
Ich gebe zu: ich war ein großer Fan von Aphrodites Child. "Rain and Tears" war natürlich der Einstieg, aber die Folgetitel "It's five'o clock", "Spring, Summer, Winter and Fall" und natürlich "End of the world" waren geniale Schmachtfetzen mit einem kongenialen Vangelis als Komponist und Organist. Die Stimme von Demis war natürlich das Sahnehäubchen Prog Rock war das alles nicht - aber es sollte kommen mit "666", dem unglaublichen und fast unbeachteten Meisterwerk. Heute ist es als solches etabliert. Die Schlagerkarriere von Demis Roussos will ich nicht weiter bewerten, hat mich natürlich nicht interessiert - aber eben, jeder schaut, wo er bleibt. Für mich war er trotzdem ein ganz Großer und Aphrodites Child eine Band-Ikone (übrigens auch mit einem ausgezeichneten Openhand-Drummer, dessen Name mir gerade nicht einfällt) Rest in Peace Dicker, I always loved you!
jeanduchamp 26.01.2015
3. 666
heißt das Album, habe es gerade mal abgestaubt und The Four Horsemen gehört. Geile Gitarre.
deegeecee 26.01.2015
4. Reiter der Apokalypse
Zitat von Motorkopfist wohl das bekannteste; zumindest unter den Rock-Konsumenten!
"Stundenmänner"? "Horsemen", Mann!
Vox libertatis 26.01.2015
5. Rip
Ein coller Typ und grosser Sänger, RIP. Es scheint inzwischen Ewigkeiten her, aber sein Geburtsland Ägypten war einmal ein weltoffenes und dem Mittelmeerraum zugewandtes Land. Nicht nur Demis Roussos, sondern auch Dalida oder Georges Moustaki wurden dort geboren. Dann kam die Suezkrise, bei der alle Ausländer und Juden ausgewiesen wurden, danach die immer stärkere Islamisierung.
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