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Deutschpop-Phänomen: Kraftklub gehen von null auf eins

Damit hätte die Band selbst nicht gerechnet: Mit ihrem Debütalbum "Mit K" sind Kraftklub von null auf eins in die Charts eingestiegen. Jetzt werden ihre Songs über Langeweile und Verzweiflung wohl endgültig zu Hymnen einer Generation werden - ob die Chemnitzer das gut finden oder nicht.

Kraftklub: Von Chemnitz in den Chart-Himmel Zur Großansicht
Universal Music

Kraftklub: Von Chemnitz in den Chart-Himmel

Hamburg/Baden-Baden - Wut, Verzweiflung, Ironie: Geht es an der Spitze der deutschen Charts sonst eher gefällig zu, so regieren da seit dieser Woche harsche Töne: Wie die Media Control am Dienstag in Baden-Baden mitteilte, stürmt die Chemnitzer Band Kraftclub mit ihrem Album "Mit K" von null auf Platz eins - und verdrängt damit die Londonerin Adele, die sich dort mit dem träumerischen Soulpop ihres Erfolgsalbums "21" eingerichtet hatte.

Mit einem Erstlingswerk direkt auf Platz eins einzusteigen ist für Künstler, die zuvor nicht über die üblichen Casting-Formate beworben wurden, eine echte Sensation. "Top Ten wäre schon abgefahren", sagte Sänger Felix Brummer noch unlängst im Interview mit SPIEGEL ONLINE. Die Kehrseite des Erfolgs: Kraftklub werden nun endgültig als Sprecher ihrer Generation gefeiert werden - ein Status, auf denen die jungen Männer gerne verzichtet hätten.

Aber was sollen sie machen? Mit Zeilen wie "Ich bin 20, einer ganzen Generation geht es ähnlich/ Pornos, Gruppensex - alles schon mal dagewesen/ Wir haben Philip Roth zehn Jahre danach gelesen" scheinen sie nun mal für eine große Gruppe junger Menschen zu sprechen. Auch dass in dem Lied "Ich will nicht nach Berlin" Hauptstadt-Schnösel auf die Kappe kriegen, kommt im Rest des Landes gut an.

Pornos sind langweilig, die Hauptstadt hält keine Verheißungen parat - die Technik, wie man aus Langeweile Mitsingstücke macht, hat in Deutschland seit den jungen Tocotronic wohl niemand mehr derart effizient beherrscht. So schnell werden Kraftklub wohl nicht aus den Charts verschwinden.

cbu/dapd

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1.
herecomesthebut 31.01.2012
Zitat von sysopDamit hätte die Band selbst nicht gerechnet: Mit ihrem Debütalbum "K"*sind Kraftklub von null auf eins in die Charts eingestiegen. Jetzt werden ihre Songs über Langeweile und Verzweiflung wohl endgültig zu Hymnen einer Generation werden - ob die Chemnitzer das gut finden oder nicht. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,812406,00.html
Da wird aber auch jemanden grad ganz schön warm unterm Hut oder? Ich find die ja ganz lustig, aber Hymnen einer Generation... Lächerlich!
2.
plasmopompas 31.01.2012
Zitat von sysopDamit hätte die Band selbst nicht gerechnet: Mit ihrem Debütalbum "K"*sind Kraftklub von null auf eins in die Charts eingestiegen. Jetzt werden ihre Songs über Langeweile und Verzweiflung wohl endgültig zu Hymnen einer Generation werden - ob die Chemnitzer das gut finden oder nicht. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,812406,00.html
Obwohl ich ein "alter Sack" bin gefällt mir Kraftklub auch. Endlich mal wieder eine junge deutsche Band die erfrischende Musik mit einfallsreichen Texten verbindet.
3.
wurstinator 31.01.2012
Vielleicht nicht die Hymnen einer Generation. Aber es ist mal was anderes, ganz ab von dem elektronischen Gedröhns das man sonst heuer 90% der Tage zu hören bekommt. Und ich hatte schon das Gefühl die Rockmusik würde sich nicht mehr weiterentwickeln. Kraftklub hat irgendwie das Gegenteil bewiesen. Auch wenn die Jungs sich lieber als Popmusiker feiern, sie oft als "Indie" bezeichnet werden (wer sich den Song "Scheissindiedisko" angehört hat, wird es spätestens dort verneinen), ist es doch im Herzen Rock. Die Texte sind vielleicht nicht immer sehr tiefgründig, sprechen aber durchaus Themen an die in der Gesellschaft selbstverständlich geworden sind und es eigentlich nicht sein sollten. Ich mag die Musik, hab mir die Platte gekauft und bin nicht traurig darüber.
4. Dr.
Redigel 31.01.2012
Zitat von wurstinatorVielleicht nicht die Hymnen einer Generation. Aber es ist mal was anderes, ganz ab von dem elektronischen Gedröhns das man sonst heuer 90% der Tage zu hören bekommt. Und ich hatte schon das Gefühl die Rockmusik würde sich nicht mehr weiterentwickeln. Kraftklub hat irgendwie das Gegenteil bewiesen. Auch wenn die Jungs sich lieber als Popmusiker feiern, sie oft als "Indie" bezeichnet werden (wer sich den Song "Scheissindiedisko" angehört hat, wird es spätestens dort verneinen), ist es doch im Herzen Rock. Die Texte sind vielleicht nicht immer sehr tiefgründig, sprechen aber durchaus Themen an die in der Gesellschaft selbstverständlich geworden sind und es eigentlich nicht sein sollten. Ich mag die Musik, hab mir die Platte gekauft und bin nicht traurig darüber.
"Unsre Eltern kiffen mehr als wir, wie soll man rebellieren?!" Die Jugend von heute hat halt ganz andere Probleme ;-)
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