Von Christoph Dallach
Abgedreht
Vermutlich dachte Josh Davis, besser bekannt als DJ Shadow, ihn treffe der Blitz, als er vor zwei Wochen während eines Auftritts in Miami gebeten wurde, das Weite zu suchen. Genauer gesagt wirbelte er gerade in einem Club namens Mansion an den Plattenspielern, als einer der Veranstalter dazwischenging und die Shadow-Show beendete. Ein ungewöhnlicher Schritt, den der Partymacher damit begründete, dass Shadows Musikauswahl zu "konfus" für das Publikum sei, das vermutlich einiges an Eintritt berappt hatte, um den Star-DJ zu erleben.
Seitdem tobt im weltweiten Netz, u.a. im "Guardian" online, eine unterhaltsame Debatte darüber, ob DJs nun Künstler oder doch nur Dienstleister sind. "Es ist mir egal, ob ich aus jedem Schnösel-Club des Planeten rausgeworfen werde. Aber niemals werde ich meine Integrität als DJ opfern", twitterte DJ Shadow umgehend nach seinem Abgang. Der Londoner Großkritiker David Hepworth, einst Chef des Magazins "The Word", gab in einem (leider gelöschten) Blog-Beitrag zu bedenken, dass DJs zu akzeptieren hätten, dass es ihr Job sei, "die gute Laune in einem Raum zu erhöhen und nicht herunter zu fahren." Fest steht, dass manche Plattenaufleger, die nur als Unterhalter gebucht sind, ihr Publikum gern mal in Geschmacksfragen erziehen wollen. Fest steht aber auch, dass DJ Shadow kein simpler Dienstleister ist. Sein Album "Endtroducing" gilt als Klassiker, was er an Plattenspielern zaubert, ist außergewöhnlich. Nur ein normaler "Entertainer" ist der Amerikaner eben nicht. Aber darüber, ob er nun tatsächlich Künstler ist oder nicht, darf nun gestritten werden.
Umgeschult
Ob Queen-Gitarrist Brian May außerhalb der Musik weitergehende Entertainer-Qualitäten hat, könnte bald geklärt sein. Der Stadion-Rocker hat nämlich einen Doktortitel in Astrophysik und wird derzeit bedrängt, eine BBC-Show zum Thema zu übernehmen. Bislang hüllt sich der Künstler dazu allerdings in Schweigen.
Abgetanzt
Dass man im fortgeschrittenen Alter abwägen sollte, wie viel Show der eigene Körper noch verträgt, belegt der Tod eines 46-jährigen Briten, der bei einer Büroparty kollabierte, während er den "Gangnam Style"-Tanz aufführte. Überhaupt ist YouTube voll mit enthemmten Menschen, die sich da freiwillig als Klone des südkoreanischen Rappers Psy zum Narren machen.
Abgeschmackt
Mehr Spaß macht da der junge Exzentriker, der Welthits via Hand Farting (Handfurzen), neu interpretiert. Wem die Feiertage die gute Laune verhageln, sollte ihm zuschauen, wie er Simon and Garfunkels "The Sound Of Silence", nun ja, aufführt.
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