Neues Album vorab hören: Editors - "The Weight of Your Love"

Von Anika Haberecht

Editors-Konzert: Gitarre statt Synthies Fotos
AP

Weg mit den Synthies, her mit den Gitarren. SPIEGEL ONLINE und tape.tv präsentieren hier das neue Editors-Album "The Weight of Your Love" vorab im Stream. Außerdem: Ein Mitschnitt vom Konzert der britischen Indie-Rocker im Berliner Postbahnhof.

So ziemlich jeder muss ja mal trübe Zeiten durchleben. Manchmal sind sie schnell vorüber, hin und wieder dauern sie etwas länger. Die Editors schienen mit ihrer letzten Veröffentlichung "In This Light and on This Evening" vor vier Jahren in eine Phase eingetreten zu sein, in der sie ihren Indie-Tanzflächen-Rock in düstere Synthie-Sphären überführen wollten. Das klang ein wenig nach einer Sackgasse, und es war unklar, wohin die musikalische Reise in Zukunft gehen sollte.

Die Band ging letztes Jahr ins Studio und bat - nach ein paar ersten zähen Versuchen - Gründungsmitglied und Gitarrist Chris Urbanowicz zu gehen. "Musikalische Differenzen" hieß es öffentlich. Und damit wurde schließlich "An End Has a Start" - der Titel des 2007 veröffentlichten zweiten Editors-Albums - Jahre später zu einer Art Prophezeiung.

Denn Anfang Mai erschien mit "A Ton of Love" die erste Single des vierten Albums "The Weight of Your Love", mit dem die Editors zu ihren Rock-Ursprüngen zurückkehren - und das SPIEGEL ONLINE hier im exklusiven Prelistening gemeinsam mit tape.tv präsentiert.

Album-Prelistening: "The Weight of your Love" komplett im Stream
Mehr Videos von den Editors gibt es hier auf tape.tv!
Die Editors - "The Weight of Your Love" - hier das Album anhören.

Die synthielastigen Klangwände, Erfolgsrezept von Hits wie "Papillon", wurden abgerissen. Stattdessen spielen die Herren aus Birmingham jetzt wieder vermeintlich ehrlichen Rock, doch vielmehr: Ab sofort gibt's aalglatte Stadionbeschallung. "The Weight of Your Love" ist zwar in gewisser Weise eine Rückbesinnung auf die Zeiten von "Munich" und "Bullets" - die ersten Singles des Debüts "The Back Room" von 2005 - nur eben in extrem gebügelter Version.

Editors - Konzertaufzeichnung aus Berlin
Mehr Videos von den Editors gibt es hier auf tape.tv!
Für Mobilnutzer: Konzert der Editors in Berlin auf tape.tv ansehen.

Als Tom Smith, Chris Urbanowicz, Russell Leetch und Ed Lay die Universität in Staffordshire besuchten, konnten sie noch nicht ahnen, dass sie später einmal mit ihrem Debüt für den begehrten Mercury Prize nominiert werden und mit den Nachfolgern "An End Has a Start" und "In This Light and on This Evening" auf Platz eins der britischen Charts landen würden. Die Nullerjahre waren ja ohnehin eine gute Zeit für Indie-Rock; The Strokes, Franz Ferdinand oder Interpol hatten den Weg geebnet, man musste nur noch in deren Fußstapfen treten. Heutzutage, wo Indie-Rock zu Stadionrock à la Kings of Leon mutiert ist und alte Helden wie The Strokes neue Stilpfade beschreiten - und vielleicht bald ganz verschwinden - bleiben die Fragen: Was bleibt? Und was kann noch kommen? Auch die Editors werden darauf Antworten finden müssen.

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insgesamt 5 Beiträge
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1. es heißt nicht
widersinnig 24.06.2013
Editors sind keine the-Band! man sagt ja auch nicht "die" Blur oder "die" Oasis, oder?!?
2. na ja...
soistrecht 25.06.2013
schade-irgendwie langweilig. zu lahm, zu glatt, zu poprockig ohne dabei knackig oder sperrig genial (blood) zu sein... irgendwie fehlt mir da was. aber das album hat eine gewisse "stimmung" - erinnert stark an echo & the bunnymen
3. Wo ist das Problem?
hjanko 25.06.2013
Hallo, ---Zitat--- Heutzutage, wo Indie-Rock zu Stadionrock à la Kings of Leon mutiert ist und alte Helden wie The Strokes neue Stilpfade beschreiten - und vielleicht bald ganz verschwinden - bleiben die Fragen: Was bleibt? Und was kann noch kommen? ---Zitatende--- Schaut auf die diversen Festivals (Southside, RaR usw.) und ihr findet die Antwort auf das was kommt. Speziell wenn ihr mal auf die Nebenbühnen schaut.
4.
Der Meyer Klaus 25.06.2013
Zitat von widersinnigEditors sind keine the-Band! man sagt ja auch nicht "die" Blur oder "die" Oasis, oder?!?
Die waren auf dem Hurricane eher mittelmäßig. Wobei das im Vergleich zu den meisten der anderen Bands dort eher schon ein Kompliment ist.
5. Hurricane
ext1026 26.06.2013
Die Editors waren O.K., sehr gut waren The National und Queens of the Stone Age. Die meisten Bands hatten gute Auftritte - Shout out Louds, Tegan and Sara und Two Door Cinema Club haben kurz und knackig ihre Hits spielfreudig dem tanzendem und begeistertem Publikum dargeboten ! Leider fiel Tame Impala aus. Selbst auf diesem klassischem Rockfestival kann man den fortschreitenden Untergang der Rockmusik gut beobachten, electronic und hip hop setzt sich immer mehr durch. ?
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