Elbphilharmonie-Debakel Intendant glaubt nicht an Eröffnung 2015

Die unendliche Geschichte um den Bau der Hamburger Elbphilharmonie geht weiter: Der Intendant des Konzerthauses bezweifelt, dass er die Eröffnung des Prestigebaus bis zum Ende seiner Amtszeit noch erleben werde: "Wetten würde ich nicht mehr darauf", sagt Christoph Lieben-Seutter.

Zukunft weiter im Ungewissen: Hamburger Elbphilharmonie-Baustelle
dapd

Zukunft weiter im Ungewissen: Hamburger Elbphilharmonie-Baustelle


Hamburg - Als Christoph Lieben-Seutter 2007 zum Generalintendanten der Hamburger Elbphilharmonie berufen wurde, hofften Optimisten noch darauf, dass die neue Konzerthalle 2009 eröffnet werden könnte. Nun bezweifelt der Wiener Musik-Manager anscheinend sogar, dass er vor Ablauf seines Vertrages am 31. Juli 2015 Konzerte in Hamburgs künftigem Wahrzeichen erleben werde.

Im lokalen TV-Sender Hamburg 1 antwortete Lieben-Seutter auf die Frage, ob er noch eine Chance sehe, als Intendant die Eröffnung zu erleben: "Ich würde sagen, eine Chance durchaus. Die sicherlich. Aber wetten würde ich mal nicht mehr darauf."

Man kann schon so langsam den Überblick verlieren, für wann nun eigentlich die Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie geplant ist. So erging es auch dem Hamburg-1-Moderator, der anmerkte, es werde offiziell doch immer noch vom Ende des Jahres 2013 als Termin geredet. Lieben-Seutter darauf: "Offiziell sind wir ja schon im Jahr 2014, was die Eröffnung betrifft. ich hab ja schon für einige Termine die Eröffnung geplant. Jetzt warte ich mal ab, was passiert."

Der Generalintendant der Elbphilharmonie, der derzeit bereits Konzerte in der Laeiszhalle und in anderen Spielstätten der Stadt ausrichtet, hat nach eigener Aussage den Auftrag, mit der Elbphilharmonie die Musikstadt Hamburg aus der Regionalliga auf Weltstadtniveau zu bringen.

Doch ein gewisses Maß an Frustration mischt sich zunehmend in seine Aussagen. Man könne so eine Eröffnung nicht mehr planen, sagte er in dem Interview: "Man kann nicht drei mal oder vier mal mit größter Überzeugungskraft einen Termin verkaufen, der dann doch nicht klappt."

Die Elbphilharmonie ist seit Jahren Streitobjekt in Hamburg. Die Bürgerschaft bewilligte bisher 323,5 Millionen Euro für das Vorhaben. Ursprünglich waren 77 Millionen Euro veranschlagt worden. Auch der Eröffnungstermin hat sich seit der Grundsteinlegung im April 2007 immer wieder verschoben. Zuletzt hieß es, das Konzerthaus in der Hafencity solle im November 2013 fertiggestellt werden, der eigentliche Konzertsaal werde im Juni 2013 übergeben.

feb



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Seite 1
Kalaharry 04.07.2011
1. Dilettantismus all überall
Zitat von sysopDie unendliche Geschichte um den Bau der Hamburger Elbphilharmonie geht weiter: Der Intendant des Konzerthauses bezweifelt, dass er die Eröffnung des Prestigebaus bis zum Ende seiner Amtszeit noch erleben werde: "Wetten würde ich nicht mehr darauf", sagt Christoph Lieben-Seutter. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,772298,00.html
In Nordkorea, oder Angola würde das Ding längst stehen und zwar für ein Zehntel des Preises. Ein Armutszeichen für dieses Land. Ich wäre für den Sofortabriß des Schandmals. Die Einweihung von Stuttgart21 wird wohl im 22. Jahrhundert liegen... wenn es jemals gebaut würde.
orudne 04.07.2011
2. .
Zitat von KalaharryIn Nordkorea, oder Angola würde das Ding längst stehen und zwar für ein Zehntel des Preises. Ein Armutszeichen für dieses Land. Ich wäre für den Sofortabriß des Schandmals. Die Einweihung von Stuttgart21 wird wohl im 22. Jahrhundert liegen... wenn es jemals gebaut würde.
Der Vergleich mit Nordkorea oder Angola ist Blödsinn! Aber ein Trauerspiel ist das schon! Mal wieder ein Beispiel für unsere tollen Ausschreibungspraktiken! Bei denen sich aber unsere Politiker nicht imstande fühlen diese zu ändern! Das sit für mich das wahre Armutszeugnis! S21 ist hier off topic, aber wird trotzdem genauso explodierende kosten haben! Mal schauen ob es 10 oder 15 Mrd werden!
Traumflug 04.07.2011
3. .
Zitat von orudneDer Vergleich mit Nordkorea oder Angola ist Blödsinn! Aber ein Trauerspiel ist das schon! Mal wieder ein Beispiel für unsere tollen Ausschreibungspraktiken! Bei denen sich aber unsere Politiker nicht imstande fühlen diese zu ändern! Das sit für mich das wahre Armutszeugnis! S21 ist hier off topic, aber wird trotzdem genauso explodierende kosten haben! Mal schauen ob es 10 oder 15 Mrd werden!
77 Millionen veranschlagt, tatsächliche Kosten 323 Millionen? Macht für S21 4,1 Mrd / 77 * 323 = 17,2 Milliarden. Die Elbphilharmonie als wegweisendes öffentliches Projekt? Bei näherer Betrachtung tun sich zumindest einige Ähnlichkeiten auf.
FTAASO 04.07.2011
4. -
Zitat von orudneDer Vergleich mit Nordkorea oder Angola ist Blödsinn! Aber ein Trauerspiel ist das schon! Mal wieder ein Beispiel für unsere tollen Ausschreibungspraktiken! Bei denen sich aber unsere Politiker nicht imstande fühlen diese zu ändern! Das sit für mich das wahre Armutszeugnis! S21 ist hier off topic, aber wird trotzdem genauso explodierende kosten haben! Mal schauen ob es 10 oder 15 Mrd werden!
Das Armutszeugnis darf man wohl den Architekten ausstellen - selbstverliebte "Künstler", auch der Akkustikplaner, die von Wirtschaftlichkeit nichts wissen wollen und möglichst kompliziert bauen wollen (man denke nur an die GK-Platten im Konzertsaal). Sowas kostet dann nicht nur, es dauert auch.
Rainer Daeschler, 04.07.2011
5. In der Investorenfalle
Zitat von Traumflug77 Millionen veranschlagt, tatsächliche Kosten 323 Millionen? Macht für S21 4,1 Mrd / 77 * 323 = 17,2 Milliarden. Die Elbphilharmonie als wegweisendes öffentliches Projekt? Bei näherer Betrachtung tun sich zumindest einige Ähnlichkeiten auf.
Einmal richtig angefangen, muss die Stadt immer wieder nachlegen, egal was es kostet. Sie kann ja der halbfertigen Bauruine nicht mehr entkommen. Die Projektbetreiber wissen das.
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