Teilerfolg für Rechtsnachfolger: Plattenfirma muss Auskunft über veröffentlichte Elvis-Titel geben

Elvis Presley während eines Konzerts im Jahr 1973: Opfer von Ausbeutung? Zur Großansicht
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Elvis Presley während eines Konzerts im Jahr 1973: Opfer von Ausbeutung?

Sie fordern von Elvis Presleys Plattenfirma Nachzahlungen in Millionenhöhe, nun haben die Rechtsnachfolger des King einen Teilerfolg errungen: Arista Music muss über Veröffentlichungen und Gewinne der Songs informieren.

Hamburg/München - Es geht um die Vermarktungsrechte an Elvis-Songs wie "Heartbreak Hotel", "Hound Dog" oder "Jailhouse Rock" in Deutschland: Im Münchner Prozess um das Millionenerbe von Elvis Presley hat die Firma Elvis Presley Enterprises einen Teilerfolg errungen. Das Oberlandesgericht München entschied am Donnerstag, dass die Plattenfirma Arista Music, Auskunft darüber geben muss, in welchem Umfang seit April 2008 in Deutschland Elvis-Titel veröffentlicht und verwertet wurden. Außerdem muss die Plattenfirma, die zu Sony gehört, über die damit erzielten Umsätze und Gewinne informieren.

Sobald Arista die Umsätze genau aufgeschlüsselt hat, wird in einer weiteren Verhandlung darüber entschieden, ob die Plattenfirma den Presley-Erben noch Geld zahlen muss. Damit könnte die Firma, an der Elvis' Tochter Lisa Marie Presley 15 Prozent hält, umfangreiche Nachzahlungen erhalten. Das Gericht hat den Streitwert auf 3,34 Millionen Euro festgesetzt. Ein Termin für das Urteil steht noch nicht fest.

Die Rechtsnachfolger Presleys werfen dem Plattenlabel vor, die Musiklegende ausgebeutet zu haben und davon bis heute zu profitieren. Die Nutzungsrechte an den Songs hatte Elvis 1973 an seine damalige Plattenfirma RCA Records verkauft, heute Arista Music. Für mehr als tausend Songs bekam er 5,4 Millionen Dollar.

In dem Fall hatte zuvor das Landgericht München I im November 2011 die Klage der Presley-Nachlassverwalter zurückgewiesen. Angestoßen wurde die Klage von einer Änderung des sogenannten Bestseller-Paragraphen im Jahr 2002. Seitdem muss der Urheber eines Werkes für dessen Nutzung angemessen vergütet werden. Ist die Vergütung zu niedrig, kann diese seither nachträglich angepasst werden.

kha/dpa/AFP

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Der 'Urheber'
Altesocke 18.07.2013
ist seit langem tot! "Seitdem muss der Urheber eines Werkes für dessen Nutzung angemessen vergütet werden."
2.
maxis.papa 18.07.2013
Ich gönne der armen Lisa- Marie und ihren Miteigentümern die Rückvergütung, wenns mit dem eigenen Erfolg nicht klappt, muß eben mit dem toten Papa Geld verdient werden. Mit welcher Filial- Generation hört das eigentlich auf?
3. Versteh ich wieder mal nicht!
dasAndi 18.07.2013
Zitat: Die Rechtsnachfolger Presleys werfen dem Plattenlabel vor, die Musiklegende ausgebeutet zu haben und davon bis heute zu profitieren. Die Nutzungsrechte an den Songs hatte Elvis 1973 an seine damalige Plattenfirma RCA Records verkauft, heute Arista Music. Für mehr als tausend Songs bekam er 5,4 Millionen Dollar. Elvis hat die Nutzungsrechte verkauft. Bei seinem Tot besaß er sie nicht mehr. Also konnte er sie auch nicht vererben. Was wollen die Erben denn jetzt geltend machen?
4. Wenn ich mich nicht täusche...
zzzuck 18.07.2013
Zitat von maxis.papaIch gönne der armen Lisa- Marie und ihren Miteigentümern die Rückvergütung, wenns mit dem eigenen Erfolg nicht klappt, muß eben mit dem toten Papa Geld verdient werden. Mit welcher Filial- Generation hört das eigentlich auf?
...liegt der Urheberechtsschutz auch bei Musik, bei 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers. Wenn sich nicht die arme Lisa-Marie das Geld einsteckt, tun`s andere die es mit Sicherheit NICHT GEERBT haben. Stellt euch nur mal vor, euer Opa oder Oma hätten vor 50 Jahren eine geniale Idee gehabt und wäre danach verstorben. Wildfremde Leute stecken sich dann 70 Jahre lang die Kohle in ihre eigene Tasche... Hab ich mal gehört: Procel Harum hatte nur einen WELThit. Allein wenn der täglich nur einmal irgendwo auf der Welt abgespielt wird, kann die Band davon leben. Ohne Sprünge, aber Hartz 4 reicht.
5. Kein Verkauf
patriciaklein 22.07.2013
@dasAndi: Die Sache mit dem Verkauf der Rechte ist ziemlich komplex und wird daher meist, so auch hier, vereinfacht dargestellt. Tatsächlich hat Elvis keine Rechte für seine Gesangsleistung verkauft, konnte er auch nicht, denn die lagen ja (wie bei anderen auch) eim Plattenlabel. Er hat aber gegen eine Einmalsumme auf alle weiteren Tantiemen aus dem Verkauf der Aufnahmen, die er bis Anfang 1973 (Zeitpunkt des Vertrags), vertont hatte, verzichtet. Klingt aus heutiger Sicht wie ein idiotischer Deal des King, aber er hatte nicht vor, seine Karriere zu beenden, sondern weiter Musik zu machen, an denen er ja auch verdient hat. Dass er so früh sterben würde - er war zum Zeitpunkt des Vertrags gerade 38 Jahre alt und mit dem Aloha From Hawaii-Satelliten-Konzert auf einem weiteren Höhepunkt seiner Karriere - konnte er kaum wissen. Außerdem hat er den interessantesten Einnahmenpart definitiv nicht abgetreten: seinen Anteil an den Verlagsrechten der Songs, die er aufgenommen hatte. Elvis Presley - das wissen gar nicht so viele - hatte eigene Musikverlage! Damit machen die Rechtenachfolger übrigens noch immer ordentlich Kohle, was sie natürlich nur irgendwo im Kleingedruckten auf ihrer Website in Q&A-Rubrik erwähnen ;-). Hoffe, es ist jetzt etwas klarer geworden.
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