Entertainer-Legende Peter Alexander mit 84 Jahren gestorben

Er war einer der bekanntesten deutschsprachigen Sänger, Schauspieler, Entertainer: Im Alter von 84 Jahren ist Peter Alexander gestorben. Offenbar soll er schon am Montag in Wien beigesetzt werden. Der Musiker hatte das Showgeschäft der fünfziger bis neunziger Jahre geprägt wie kaum ein anderer.

DPA

Wien - Der österreichische Schauspieler, Sänger und Entertainer Peter Alexander ist tot. Das bestätigte seine Sprecherin Erika Swatosch in der Nacht zu Sonntag der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Alexander wurde 84 Jahre alt.

Laut der Sprecherin, die sich "im Auftrag der Familie" äußerte, starb der 84-Jährige am Samstag. Angaben zur Todesursache wurden in der Mitteilung nicht gemacht. "Die Trauerfeierlichkeiten finden im engsten Familienkreise statt", hieß es.

Die österreichische "Kleine Zeitung" berichtet in ihrer Online-Ausgabe, Alexander werde bereits am Montag in einem Familiengrab im Wiener Stadtteil Grinzing beigesetzt.

Der Entertainer wirkte in rund 50 Filmen und 40 eigenen TV-Shows mit und nahm etwa 120 Platten auf. In den vergangenen Jahren war es still um "Peter den Großen" geworden, wie seine Fans ihn liebevoll nannten. Nach dem Tod seiner Frau Hilde hatte er sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

"Vielleicht ist er jetzt bei seiner Hilde"

Alexanders langjähriger Weggefährte, der Schlagerkomponist Ralph Siegel, reagierte bestürzt auf die Todesnachricht: "Wir sind alle fix und fertig - ich war ein sehr enger Freund von ihm." Es sei furchtbar, "aber vielleicht ist er jetzt bei seiner Hilde".

Seit den fünfziger Jahren hatte Alexander Generationen im deutschsprachigen Raum mit seinen Platten, Filmen und Shows begeistert. In den vergangenen Jahren lebte der einstige Frauenschwarm sehr zurückgezogen in der österreichischen Hauptstadt. Schwere Schicksalsschläge waren für ihn der Tod seiner Frau Hilde 2003 und der Unfalltod seiner Tochter Susanne 2009 in Thailand. Berichte über seine Trauer ließ Alexander damals per Gerichtsbeschluss untersagen.

Bereits als kleiner Junge in Wien begeisterte sich Alexander - Sohn eines Bankrates - für das Singen und für die Musik Richard Wagners. Nach seinem Einsatz als Soldat im Zweiten Weltkrieg geriet er in englische Kriegsgefangenschaft, wo er sich in Laiengruppen als Schauspieler und Parodist versuchte.

"Menschenskind, warst du aber fleißig"

Nach seiner Heimkehr studierte er am renommierten Max-Reinhardt-Seminar und spielte an verschiedenen Theatern. Als Verehrer von Frank Sinatra brachte er sich selbst das Singen und Klavierspielen bei.

Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer, wie er mit vollem Namen hieß, eroberte mit Schmäh und bubenhaftem Charme die Herzen der Zuschauer. Mit Titeln wie "Das machen nur die Beine von Dolores" oder Heimatklassikern wie "Im Weißen Rössl" oder "Charley's Tante" war er vor allem in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren in der Öffentlichkeit präsent. Als Klassiker gelten auch Lieder wie "Die kleine Kneipe".

Bis zu seinem Abtritt von der Bühne Anfang der neunziger Jahre sorgte der Musiker mit seiner "Peter Alexander Show" - einer Mixtur aus Musik, Sketchen und Gästen - für Frohsinn. Für seine jahrzehntelangen Leistungen im Showgeschäft erhielt er sechsmal ein Bambi und viermal die Goldene Kamera.

Alexander hat wie kaum ein anderer die deutschsprachige Unterhaltungsindustrie geprägt. "Menschenskind, warst du aber fleißig", schrieb er selbst rückblickend in ein Vorwort seiner Biografie.

wal/dpa/AFP

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insgesamt 117 Beiträge
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Seite 1
Rockaxe 13.02.2011
1. 2011
scheint für Künstler kein gutes Jahr zu werden. Es sind schon viele in dieser kurzen Zeit verstorben, und jetzt einer der letzten großen deutschsprachigen Entertainer. Auch wenn er sich seit lagem aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. Ruhe in Frieden Peter Alexander
waldgeist, 13.02.2011
2. Traurig
Wieder ein großer Entertainer weniger. R.I.P.
Koltschak 13.02.2011
3. R.I.P. Peter Alexander
...
Tahlos 13.02.2011
4. Respekt
für einen Künstler, der in seiner aktiven Zeit ein Urgestein der deutschen Unterhaltung war. Respekt ebenso für seine damalige Entscheidung sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen und sich nicht einmal mit viel Geld davon abzubringen lassen. Jemand der zu seinen Entscheidungen steht ist heute nicht mehr sehr oft zu finden. Zuden noch einer, der nicht durch Skandale usw auffiel. Viele seiner Art sind nicht mehr in diesem Umfeld zu finden. Möge er in Frieden ruhn
IsArenas, 13.02.2011
5. R.i.P.
Kommt demnach als Gottschalk-Nachfolger schon mal nicht in Frage.
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