Neues Abba-Museum: Ring-Ring, hier spricht Agnetha

Abba-Haus in Stockholm: Mamma Mia, ein Museum! Fotos
DPA

Mamma Mia, ein Museum! Schweden bekommt einen Pop-Wallfahrtsort: In Stockholm eröffnet ein Abba-Ausstellungshaus, in dem Fans ihre Stars als 3-D-Hologramme erleben können. Wer großes Glück hat, erhält sogar einen Anruf von Anni-Frid oder Agnetha.

"Wir möchten einfach, dass Sie das Gefühl erleben, das fünfte Mitglied von Abba zu sein": So locken die Museumsmacher die Fans der weltberühmten Band in die schwedische Hauptstadt Stockholm. Dort eröffnet am Dienstag ein Abba-Ausstellungshaus, das mit Plateauschuhen und ähnlichen bunten Stücken sowie mit ein wenig Technik-Zauber die Pop-Legenden zu neuem Leben erweckt. Die große Frage lautet nun natürlich: Führt die Wiederbelebung sogar zu neuer gemeinsamer Musik?

Agnetha Fältskog, 63, hat ja gerade erst in einem Interview ihren bis dahin als eisern geltenden Widerstand gegen eine Reunion aufgeweicht - zumindest zu einem Konzert für einen wohltätigen Zweck würde sie nicht von vornherein nein sagen, sagte sie dem "Zeit-Magazin". Doch damit wird es wohl dann doch nichts. "Nein, es wird keine Wiedervereinigung geben", sagte jedenfalls Ex-Abba Björn Ulvaeus, 68, am Montag bei der Präsentation des Abba Museums.

Als einziger aus dem Quartett hat Ulvaeus aktiv an der Gestaltung des 5000-Quadratmeter-Museums im Stockholmer Djurgården mitgewirkt - und auch eine Menge Geld investiert. Fans können dort zum Beispiel von Dienstag an zu den Klängen des Abba-Welthits "Dancing Queen" tanzen. Oder zu den Klassikern mitsingen - auf einer Bühne umgeben von den Original-Abbas in 3D als lebensgroße Hologramm-Figuren.

Und in einem Raum, der dem Song "Ring, Ring" gewidmet ist, steht ein Telefon aus den siebziger Jahren. Nur vier Menschen kennen die Nummer - die Abba-Mitglieder Agnetha Fältskog, Anni-Frid Lyngstad, Benny Andersson und Björn Ulvaeus. Künftig wird ab und zu einer von ihnen die Nummer wählen und mit Museumsbesuchern sprechen, die zufällig gerade da sind. "Das war Fridas Idee und deshalb wird sie sicher auch anrufen", sagt die Museumskuratorin Ingmarie Halling.

Kreative Jahre - aber auch glückliche?

Bis zu ihrer Auflösung 1982 verkaufte die Gruppe weltweit etwa 180 Millionen Platten - mit Welthits von "Waterloo" über "SOS" bis "Money, Money, Money". Das berühmte, aber zeitweilig aus Stockholm verschwundene Polar-Studio ist zumindest teilweise auch wieder da. Halling fand das Mischpult "im Internet" und sagte, dass sie in Deutschland dafür 7000 Euro hinblättern musste.

Den ureigenen Abba-Sound mixen können nun auch Besucher. Ulvaeus sagte zum Konzept: "Hier wird mit Wärme und Humor die Geschichte erzählt, wie vier junge Leute zufällig zusammengekommen sind und diese Gruppe gebildet haben." Ein erheblicher Teil der Exponate ist mit einer Wanderausstellung schon um die halbe Welt unterwegs gewesen - und findet nun einen dauerhaften Platz im Rahmen einer Hall of Fame des schwedischen Pop. Zu den Ausstellungsstücken zählt auch der Hubschrauber, der auf dem Cover des Albums "Arrival" zu sehen ist.

Das Interesse der Ex-Abba-Mitglieder am Museum scheint aber recht unterschiedlich auszufallen - was damit zu tun haben könnte, dass die emotionalen Verwicklungen innerhalb der Band ähnlich groß waren wie ihre Hits. Agnetha Fältskog jedenfalls hält sich von der Eröffnung fern. "Sie ist in London zur Promotion ihrer neuen Solo-CD", wie eine Museumssprecherin wissen ließ. Anni-Frid Lyngstad, 67 und Benny Andersson, 66, wollen dagegen immerhin zur Einweihungsparty erscheinen.

Letztere waren zu aktiven Abba-Zeiten ebenso privat ein Paar wie Fältskog und Ulvaeus. Beide Paare trennten sich bereits privat, ehe Ende 1982 mit dem letzten gemeinsamen TV-Auftritt auch die Band Abba ein Ende fand. Das knappe Jahrzehnt mit den Welterfolgen seien "bestimmt die kreativsten Jahre" seines Lebens gewesen, sagte Ulvaeus übrigens bei der Vorstellung des Museums. Waren es auch die glücklichsten? "Das würde ich nicht sagen."

feb/dpa/AFP/AP

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Kein Küchengerät
hatmeistensrecht 07.05.2013
Es heisst Mischpult, nicht Mixerpult.
2.
dramaticmoments 07.05.2013
Zitat von sysopUniversal MusicMamma Mia, ein Museum! Schweden bekommt einen Pop-Wallfahrtsort: In Stockholm eröffnet ein Abba-Ausstellungshaus, in dem Fans ihre Stars als 3D-Hologramme erleben können. Wer großes Glück hat, erhält sogar einen Anruf von Anni-Frid oder Agnetha. http://www.spiegel.de/kultur/musik/eroeffnung-abba-museum-in-stockholm-bjoern-ulvaeus-als-stargast-a-898392.html
Wäre ja auch tragisch, wenn man mit Mitte dreißig die glücklichsten Jahre seines Lebens schon hinter sich hätte.
3. Mein Gott, war ich verliebt in Agnetha...
mainzelmännchen 1 07.05.2013
...und bin es immer noch ein bißchen - bis heute.
4. Da geh ich nur hin...
sowo 07.05.2013
wenn es einen Rutger Gunnarsson Raum gibt ! :)
5. ...und passend dazu
binem 08.05.2013
...hab ich am Kiosk ein ABBA Sonderheft gefunden - schön, dass nach so vielen Jahren ABBA wieder aktuell sind :-)
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