Erstes ESC-Halbfinale Russische Oma-Band singt sich ins Finale

Die Publikumslieblinge des Eurovision Song Contest in Baku haben es ins Finale geschafft: Die russischen Großmütter haben sich in die Endrunde gesungen - ESC-Greis Ralph Siegel fiel mit seinem "Social Network Song" durch. 

DPA

Baku - Die russischen Omas der Gruppe Buranowskie Babuschki und die zappeligen irischen Jedward-Zwillinge haben sich für das Finale des Eurovision Song Contest qualifiziert. Sie kamen beim ersten Halbfinale am Dienstag unter die besten zehn. Ausgeschieden ist dagegen der Song von "Mr. Grand Prix" Ralph Siegel für San Marino: Mit seinem "Social Network Song" kann er nicht an seinen Erfolg mit Nicole von vor 30 Jahren anknüpfen.

Erfolgreicher waren da neben Irland und Russland noch Albanien, Griechenland, Island, Moldau, Rumänien, Ungarn, Zypern und Dänemark mit der Sängerin Soluna Samay, der Tochter eines Straßenmusikers aus Stuttgart. Sie alle werden am Samstag im großen ESC-Finale zusammen mit dem deutschen Teilnehmer Roman Lob um die europäische Musikkrone wetteifern.

Bereits im Vorfeld des Halbfinals zählte Russland zum engeren Favoritenkreis. Buranowskie Babuschki stammen aus dem Dorf Buranowo und singen normalerweise nur in der Sprache ihrer Heimatregion. Bei "Party For Everybody" singen sie teilweise auch auf Englisch. Die älteste Sängerin der Gruppe, die in traditioneller Tracht auftritt, ist 77 Jahre alt.

Für Deutschland singt "Unser Star für Baku", Roman Lob, der bereits für das Finale gesetzt ist. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien als größte Geldgeber beim ESC sowie Gastgeberland Aserbaidschan sind automatisch für die Endrunde qualifiziert. Sein Ziel sei nach wie vor die Top Ten, sagte Roman. Die restlichen zehn Teilnehmer für das 26er-Finalfeld werden im zweiten Halbfinale am Donnerstag ermittelt.

Teuerster Grand Prix aller Zeiten

Die von der Kölner Firma Brainpool organisierte Show verlief unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen in der Crystal Hall. In dem islamisch geprägten Land an der Grenze zu Iran hatten Extremisten, denen die westliche ESC-Partystimmung ein Dorn im Auge ist, zuvor Drohschriften verteilt. Iran zog am Montag seinen Botschafter ab. Als Gründe wurden die Westorientierung Aserbaidschans und die Verletzung religiöser Gefühle genannt.

Die Austragung des ESC in Aserbaidschan hatte eine heftige Diskussion über die politische Situation in dem Kaukasusstaat ausgelöst. Menschenrechtler äußerten scharfe Kritik an Demokratiedefiziten in der ehemaligen Sowjetrepublik.

Experten geben die Gesamtkosten für den ESC mit 629,8 Millionen Euro an, davon etwa ein Drittel allein für die Arena. Das sei der höchste Betrag, der je für einen Grand Prix ausgegeben wurde, hieß es. Kritiker meinen, dafür sei an anderer Stelle, etwa bei Renten, unverhältnismäßig gespart worden. Die Führung des Landes spricht hingegen von ESC-Kosten von rund 50 Millionen Euro. Die Arena und andere Infrastrukturobjekte dürften nicht mitgerechnet werden, da sie über den ESC hinaus genutzt würden, betonte ein Regierungsvertreter.

vks/dpa/dapd/AFP

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insgesamt 3 Beiträge
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waelder 23.05.2012
1. Aserbaidschan west-orientiert?
Olympia in China, Formel-1 in Bahrain, ESC in Aserbaidschan - "ich kann garnicht soviel essen, wie ich kotzen möchte". Wenn die Nachahmung von Stalin light (= Putin) im Iran schon als "west-orientiert" eingestuft wird, dann gibt es nur einen Hinweis auf die aktuelle Stufe der Unterdrückung im Iran, sollte aber nicht als positiv für das Regime in Baku betrachtet werden.
eurofan 23.05.2012
2. optional
Wow - das war ein tolles Halbfinale. Aserbaidschan kann also auch Grand Prix! Das Ergebnis geht auch völlig in Ordnung, abgesehen von der Schweiz, die aus meiner Sicht auch noch unbedingt ins Finale gehört hätte.
ollux 23.05.2012
3. R. Siegel
Ralph, ab wann kann man auf die gute Nachricht hoffen, dass Du nicht wieder mit einem grausamern Beitrag die Bühne Deiner persönlichen Eitelkeit betrittst ? Ich fürchte fast , auch 2013 muss man sich mit dem Unvermeidbaren abfinden.
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