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Eurovision Song Contest: Conchita Wurst ist bei Buchmachern Favorit

ESC-Finale: Das sind die Favoriten Fotos
DPA

Eine vollbärtige Dragqueen könnte Österreich den ersten Eurovisionssieg nach fast 50 Jahren bescheren. Beim englischen Buchmacher Ladbrokes hat Conchita Wurst die Schwedin Sanna Nielsen überholt - und gilt nun als Favoritin.

Kopenhagen - Udo Jürgens könnte an diesem Samstag ein Alleinstellungsmerkmal verlieren. 1966 holte er mit "Merci, Chérie" den ersten und bisher einzigen Sieg für Österreich beim Eurovision Song Contest, der damals Grand Prix de la Chanson hieß. Nun könnte er einen Nachfolger finden - oder eine Nachfolgerin?

Der Travestiekünstler Thomas Neuwirth alias Conchita Wurst liegt mit seinem Lied "Rise like a Phoenix" in der Gunst einiger Buchmacher ganz vorne. Der Anbieter Ladbrokes etwa bot am Samstagvormittag für einen Sieg Österreichs 3,50 Euro pro eingesetztem Euro. Für die Schwedin Sanna Nielsen, die bisher als Favoritin galt, gab es 3,75 Euro.

Zwar lag Conchita Wurst bei anderen Anbietern noch knapp hinter der Schwedin. Doch der Trend spricht eindeutig für Österreich: Seit dem Halbfinale, bei dem Wurst die Zuschauer begeisterte, sind die Chancen stetig gestiegen.

Dabei gab es bis vor wenigen Tagen noch heftigen Widerstand aus Osteuropa: Allen voran eine homosexuellenfeindliche Gruppe aus Weißrussland machte Stimmung gegen den österreichischen Beitrag. Sogar eine Boykott-Petition machte die Runde. Nun scheinen diese Vorbehalte zumindest überstrahlt von der Begeisterung für die Stimme und das glamouröse Auftreten Wursts.

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Wer gewinnt beim ESC?

Die Buchmacher haben schon ihre Favoriten für den Eurovision Song Contest. Doch was meinen Sie? Wer gewinnt in Kopenhagen?

Hinter den beiden Top-Favoriten Österreich und Schweden folgen bei den Wettanbietern die Niederlande und - mit einigem Abstand - Armenien und Großbritannien. Das deutsche Frauentrio Elaiza rangiert mit seinem Titel "Is It Right" auf den hinteren Plätzen - zusammen mit Weißrussland, Slowenien, Montenegro und San Marino. Für den Zwergstaat geht das deutsche Eurovisions-Urgestein Ralph Siegel als Komponist ins Rennen.

Wer tatsächlich gewinnt, entscheiden Fernsehzuschauer und Länder-Jurys jeweils zur Hälfte. 26 Teilnehmer sind nach den Halbfinals noch im Rennen. Der deutsche Beitrag von Elaiza hat die Startnummer 12.

Die drei Frauen hatten sich nach den ersten Proben spontan für ein neues Bühnenbild entschieden: Statt vor bunter Zirkuskulisse singen Elaiza am Abend vor einem aufwendigeren Hintergrund mit sich auflösenden Textzeilen und warmen Rot- und Goldtönen. Kurz vor der Generalprobe gab sich Sängerin Ela hochkonzentriert: "Wir üben viel, trinken viel Ingwertee - das ist sehr wichtig!"

stk/dpa

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insgesamt 35 Beiträge
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1. .
ambergris 10.05.2014
Ich gebe zu, ich hab für diesen Auftritt erwartet, dass er lediglich ein billiges Gimmick werden würde. Aber ich bin zur Überzeugung gekommen, dass dieses Lied definitiv das Beste des zweiten Halbfinales war. Es gibt eine Melodie sowohl im Refrain als auch im Text, dazu sagt der Text was aus, was bei den ganzen oh-oh-oh-Refrains zur Seltenheit wird. Auftritt und Präsentation sind durchaus ansprechend und passend. Ohne den Bart wäre es einfach nur eine starke Ballade mit gutem Auftritt. Mein Lieblingslied aus dem ersten Halbfinale war wohl tatsächlich das Russische, aber dies wird wohl kaum gewinnen. Stark sind aber auch die UK, Spanien und mit Abstrichen auch Deutschland. Ich rate einfach mal, 1. Österreich, 2. Spanien, 3. UK.
2. Ich frage mich allen Ernstes:
oldtimerfahrer 10.05.2014
Warum gibt es diesen Schwachsin noch? Mit Musik hat das Ganze verdammt wenig zu tun. Schade...
3. Großartig
spon-facebook-1810274577 10.05.2014
Der Song, die Stimme, die Performance - Conchita Wurst gibt dem ESC seine Würde zurück - und, ja, Niveau. Ich freu' mich für Österreich!
4. Douze points pour Conchita
Othello 10.05.2014
Zitat von sysopDPAEine vollbärtige Dragqueen könnte Österreich den ersten Eurovisionssieg nach fast 50 Jahren bescheren. Beim englischen Buchmacher Ladbrokes hat Conchita Wurst die Schwedin Sanna Nielsen überholt - und gilt nun als Favoritin. http://www.spiegel.de/kultur/musik/esc-conchita-wurst-ist-bei-wetten-favorit-der-buchmacher-a-968645.html
Ich hoffe, dass er/sie den Titel holt. Conchita fällt wohltuend aus dem ganzen Dudelbrei raus bei dessen Performance man manchmal nicht mehr weiß, ob es um Musik oder Akrobatik geht (bei den Ukrainern läuft ein Typ im Hamsterrad !! Mann lässt sich zum Affen, pardon, Hamster machen). Natürlich geht es in erster Linie um die Musik, und der Titel von Conchita ist hervorragend und mit viel Herz interpretiert. Langsam aber sicher wird Conchita zum Liebling der Zuschauer - gut und richtig so. Hoffentlich kriegt Udo Jürgens keinen Toupetbrand, sollte CW den Titel für Österreich holen.
5. Warum schade?
C. Silber 10.05.2014
Zitat von oldtimerfahrerWarum gibt es diesen Schwachsin noch? Mit Musik hat das Ganze verdammt wenig zu tun. Schade...
Für Millionen Zuschauer wird es - wie jedes Jahr - ein bunter und unterhaltsamer Abend.
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