Michael Jacksons Erbe EU-Kommission erlaubt Millionendeal mit Songkatalog

Sony darf die Firma Sony/ATV übernehmen. Das gab die EU-Kommission bekannt. Sony/ATV verwaltet einen Katalog aus Michael Jacksons Erbmasse, zu dem zwei Millionen Songs zählen - darunter 250 von den Beatles.

Michael Jackson
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750 Millionen Dollar für zwei Millionen Songs. Das ist im Kern der Deal zwischen Sony und der Michael-Jackson-Familienstiftung. Die EU-Kommission sah keinen Grund, ihn zu verhindern. Am Mittwoch teilte sie mit, die Transaktion werde Sonys Marktmacht im Europäischen Raum nicht substanziell erhöhen.

Damit ist Sony nun im Besitz eines Songkatalogs, dessen Gesamtwert bei rund 1,5 Milliarden Dollar liegt. Dazu gehören Kompositionen von Elvis Presley, Neil Diamond, Taylor Swift, Lady Gaga - und die "Juwelen", rund 250 Beatles-Songs, darunter "Yesterday", "A Hard Day's Night" und "Yellow Submarine".

Allein die Beatles-Hits sollen heute noch Tantiemen von bis zu 45 Millionen Dollar im Jahr einspielen und gelten in der Branche als Lizenz zum Gelddrucken.

Michael Jackson hatte den Katalog 1985 gekauft. Mitte der Neunzigerjahre, als die ersten Missbrauchsvorwürfe gegen Jackson bekannt wurden und ihn in finanzielle Bedrängnis brachten, trat er ATV bereits zur Hälfte an Sony ab.

Gegen den jetzigen Deal hatten neben der Warner Music Group auch der Dachverband der unabhängigen Musikunternehmen Europas (Impala) Front gemacht. In einem Statement kritisierte die Impala-Geschäftsführerin Helen Smith: "Der Sony-ATV-Deal hat einen transformativen Effekt." Er werde durch Sonys Marktmacht für neue Kräfteverhältnisse sorgen, mit Folgen für Preise und Geschäftsbedingungen im digitalen Markt.

Im Jahr 2012 hatte die EU-Kommission bei einer anderen Transaktion Sony noch geringe Auflagen gemacht: Beim Kauf von EMI Music Publishing musste der Konzern Verlagsrechte in Höhe von 35 Millionen Euro weiterverkaufen.

kae

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insgesamt 4 Beiträge
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rpr 03.08.2016
1. Emi
Ohne nähere Erläuterungen täuscht ihr letzter Absatz vor diese 2 Deals seien miteinander vergleichbar. Bei dem EMI Deal handelte es sich jedoch um den Zukauf eines Verlages und das hatte durchaus Auswirkungen auf die Größen- und Einflussmöglichkeiten auf dem Musikmarkt. Eine Best of der Beatles beispielsweise könnte auch ein anderer Verlag herausbringen, die Lizensgebühren würden dann halt Sony, statt wie bisher Sony/ATV zufließen.
unknownLand 04.08.2016
2. Michael Jackson würde sich im Grabe umdrehen!
Kaum zu glauben, erstens dass sie diesen umstrittenen Deal durchziehen dürfen und zweitens, dass Sony Michaels Katalog für heutige Verhältnisse, so wenig Geld bekommen hat! 750 Millionen Dollar sind für Sony lächerlich. Das ist mit Sicherheit ein abgesprochener Deal durch und durch. Sicher werden die Herren Nachlassverwalter nach ihren Job (wenn es im Estate nichts mehr zu verwalten gibt) bei Sony im Aufsichtsrat o.ä. sitzen. Das ist jedenfalls meine persönliche Prophezeiung. Die 750 Millionen müssen sie ja demnächst sowieso an die amerikanische Steuerbehörde zahlen (da diese aufgrund falscher Angaben um den Marken Wert Michael Jacksons eine Strafzahlung in selber Höhe verhängt hat) und damit bleibt MJ’s Kindern “Null Komma Nichts” vom ATV Katalog. Eine echte Schande ist das alles! Ziemlich dämlich verwaltet oder eben von langer Hand eingefädelt. Für meine Begriffe zu viel Zufall. Genau wie die ganzen negativen Medienberichte in der letzten Zeit die genauso !Liebe Stern online Redaktion! schlecht recherchiert sind. Es scheint dem Estate ja nicht sonderlich zu stören, dass die “Marke” durch negative Berichterstattung an Marktwert verliert, dann können sie gegenüber der Steuerbehörde wieder besser argumentieren. Deshalb, Michael Jackson würde sich im Grabe umdrehen, wie ein altes Sprichwort so sagt, wenn er wüsste was hier alles so geschieht. Das o.g. ist sowieso nur möglich, weil dieser Mann nicht mehr dem irdischen verweilt und sich dessen nicht mehr erwehren kann!
rreniar 04.08.2016
3. Ob die Familie eine wirkliche Wahl hat?
Zitat von unknownLandKaum zu glauben, erstens dass sie diesen umstrittenen Deal durchziehen dürfen und zweitens, dass Sony Michaels Katalog für heutige Verhältnisse, so wenig Geld bekommen hat! 750 Millionen Dollar sind für Sony lächerlich. Das ist mit Sicherheit ein abgesprochener Deal durch und durch. Sicher werden die Herren Nachlassverwalter nach ihren Job (wenn es im Estate nichts mehr zu verwalten gibt) bei Sony im Aufsichtsrat o.ä. sitzen. Das ist jedenfalls meine persönliche Prophezeiung. Die 750 Millionen müssen sie ja demnächst sowieso an die amerikanische Steuerbehörde zahlen (da diese aufgrund falscher Angaben um den Marken Wert Michael Jacksons eine Strafzahlung in selber Höhe verhängt hat) und damit bleibt MJ’s Kindern “Null Komma Nichts” vom ATV Katalog. Eine echte Schande ist das alles! Ziemlich dämlich verwaltet oder eben von langer Hand eingefädelt. Für meine Begriffe zu viel Zufall. Genau wie die ganzen negativen Medienberichte in der letzten Zeit die genauso !Liebe Stern online Redaktion! schlecht recherchiert sind. Es scheint dem Estate ja nicht sonderlich zu stören, dass die “Marke” durch negative Berichterstattung an Marktwert verliert, dann können sie gegenüber der Steuerbehörde wieder besser argumentieren. Deshalb, Michael Jackson würde sich im Grabe umdrehen, wie ein altes Sprichwort so sagt, wenn er wüsste was hier alles so geschieht. Das o.g. ist sowieso nur möglich, weil dieser Mann nicht mehr dem irdischen verweilt und sich dessen nicht mehr erwehren kann!
Gerade wenn immer noch so hohe Steuerschulden /-strafen ausstehen wird der Familie wohl gar nicht viel anderes übrig bleiben als diesen Deal mit Sony zu machen. Ansonsten würde der Geschäftsanteil wohl gepfändet und versteigert. Und ob ein anderer Medienkonzern oder finananzkräftiger Geldgeber wohl bereit wäre noch mehr Geld auf den Tisch zu blättern um Sony sein Vorkaufsrecht streitig zu machen? Zumal es dann auch wieder kartellrechtliche Fragen zu klären gäbe. Es mag auch sein, dass Sony zusätzlich zu den 750 Mio noch an diesen Anteil gekoppelte Zahlungspflichten mit übernimmt. Durch die Digitalisierung und Streaming dürfte die Bewertung des Rechtekatalogs auch noch eine andere asein als in den 90ern. Insgesamt wird die Familie Jackson durch den Verkauf sicherlich nicht verarmen, da wird es bestimmt noch ein paar andere Vermögenswerte geben.
miriam_fratianni 26.08.2016
4. Seit wann ..
... hat eine EU-Kommission Mitspracherecht über ein Geschäft zwischen zwei Firmen?! Es war seit 2009 nur eine Frage der Zeit, dass der Tag kommen würde, an dem Sony seine Hände an den Katalog legt. Ich vermute ja sowieso, die Nachlassverwalter wurden nach dem 'Ableben' von MJ bequem platziert um dafür zu sorgen, dass der Katalog zu Sony kommt. Wenn man bedenkt, dass Mr. Branca im VR von SONY war ...
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