Eurovision Song Contest NDR wittert iPod-Schleichwerbung

Schleichwerbungs-Verdacht beim Eurovision Song Contest: Dem NDR fiel bei der Schlagerparade auf, dass die Pausengrafiken stark der iPod-Werbung von Apple ähnelten. Der Sender will den Fall nun prüfen lassen.


Der NDR ist auf den Spuren von Jule Neigel: Er sieht Schatten an der Wand. Zwischen den Auftritten der Künstler gab es beim Eurovision Song Contest 2006 am vergangenen Samstag in Athen kleine Einspielfilme. Für Sekundenbruchteile und für den Zuschauer eigentlich kaum bemerkbar bewegten sich unterschiedliche Tänzer als Schattenrisse vor einem blauen Hintergrund.

Schlagerparade in Athen: Schleichwerbung in den Pausen?
DPA

Schlagerparade in Athen: Schleichwerbung in den Pausen?

Damit ähneln sie den Fernseh- und Kinospots für den iPod der Firma Apple. Diese "wiederkehrenden grafischen Elemente" seien dem NDR aufgefallen. Allerdings fehlen die charakteristischen Elemente der iPod-Werbung: das weiße Kabel und das Gerät selbst. Der öffentlich-rechtliche Sender lässt jetzt trotzdem prüfen, ob es sich dabei um einen Fall von Schleichwerbung handelt.

Die European Broadcasting Union (EBU) ist für das Halbfinale und das Finale des Grand Prix verantwortlich. Die Einspielfilme waren nach Angaben des NDR im Auftrag des griechischen Fernsehens produziert und von der EBU abgenommen worden. Jede Art von Schleichwerbung ist beim European Song Contest verboten, auch die Einspielfilme zwischen den Gesangs- und Showbeiträgen müssen frei davon sein.

NDR-Programmdirektor Volker Herres sagte, sein Sender fordere auch im Interesse von Millionen Fans von der EBU Aufklärung. Die EBU hat bereits das griechische Fernsehen gebeten, den Fall zu untersuchen. Sie werde eine Stellungnahme abgeben, sobald eine Antwort vorliege.

abr/ddp/dpa



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