ESC-Vorentscheid Blechbläser, Disco-Pop und die Söhne Mannheims

Wer vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest 2013 in Schweden? Jetzt hat die ARD die Kandidaten für den Vorentscheid bekanntgegeben - eine bunte Mixtur aus Castingshow-Veteranen, Pop-Sternchen und Blasmusikern.

DPA

Hamburg - Jetzt muss die ARD ran. Der öffentlich-rechtliche Sender organisiert nach Jahren erstmals wieder im Alleingang die Kür des deutschen Teilnehmers beim Eurovision Song Contest (ESC). Für den Vorentscheid hat das Erste einen Gemischtwarenladen zusammengestellt. Zwölf Kandidaten wollen im kommenden Jahr an den Start gehen, wie der NDR am Montag in Hamburg mitteilte. Wer es schafft, entscheidet sich am 14. Februar in Hannover in der Show "Eurovision Song Contest 2013 - Unser Song für Malmö", die live im Ersten ausgestrahlt wird.

Das musikalische Spektrum der Teilnehmer spannt sich von Dance und Electro über Pop und Soul bis hin zu Chorgesang und Blasmusik. Zu den bekanntesten Teilnehmern zählen die Söhne Mannheims, die derzeit ohne Mitbegründer Xavier Naidoo unterwegs sind, und die Dance-Pop-Gruppe Cascada, die seit 2004 zahlreiche Hits hatte, meist mit Tanzversionen bekannter Popsongs. Außerdem tritt das Duo Nica & Joe an, das bereits im Finale der Vox-Castingshow "X-Factor" war und Pop- mit Operngesang paart.

Außergewöhnlich besetzt für den einstigen Schlagerwettbewerb ist die Band LaBrassBanda aus Übersee im bayerischen Chiemgau: Es handelt sich um eine Blaskapelle, die aber Ska- und Reggae-Rhythmen im Repertoire hat. Auf der Bühne stehen wird zudem die sehr modebewusste Elektro-Pop-Band Blitzkids mvt. und die Duisburger Folk-Pop-Band Mobilée. Weitere Kandidaten des deutschen Vorentscheids sind der Sänger Ben Ivory, Sängerin Betty Dittrich, Sänger Finn Martin, Die Priester feat. Mojca Erdmann sowie Sängerin Saint Lu. Der zwölfte Act wird nach NDR-Angaben noch vor Weihnachten verkündet.

Lena und Loreen sind Showgäste

ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber sagte, die Bandbreite reiche "von sehr renommierten, international bekannten Bands bis zu Newcomern und jungen Künstlern, die sich in der Musikwelt bereits einen Namen gemacht haben". Die Kandidaten für den Vorentscheid wurden von fünf Musiklabels, dem NDR und der Produktionsfirma Brainpool ausgesucht.

Wer Deutschland am 18. Mai beim ESC-Finale in Malmö vertritt, entscheiden die Hörer der neun Popwellen und jungen Radios der ARD, die Fernsehzuschauer sowie eine fünfköpfige Jury, die sich "aus bekannten Unterhaltungs- und Musikexperten" zusammensetzen wird. Showauftritte kommen in Hannover vor geschätzt mehr als 10.000 Zuschauern in der Tui Arena von der ESC-Gewinnerin von 2010, Lena Meyer-Landrut, und der diesjährigen Siegerin, der schwedischen Sängerin Loreen. Der Moderator wird erst später verkündet.

Der Vorentscheid wird im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestrafft, eine Reihe von Castingshows gibt es nicht mehr. Die ARD hatte in dieser Zeit mit ProSieben kooperiert. Mit dabei war auch die Produktionsfirma Brainpool, bei der ProSieben-Moderator Stefan Raab angedockt ist. Anfangs war Raab Hauptzugpferd für die deutsche Teilnahme am Song Contest. Zuletzt war er noch als Juror bei den Vorentscheid-Sendungen beteiligt.

Drei Länder haben ihre Teilnehmer bereits benannt, darunter die Schweiz, die eine Heilsarmee-Band mit einem 94-jährigen Kontrabassisten ins Rennen schickt. Aus finanziellen Gründen abgesagt haben hingegen Portugal und Polen.

feb/dapd

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