"Frauendiskriminierend und verrohend" Platte von Farid Bang und Kollegah landet auf dem Index

Das Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" von Farid Bang und Kollegah hat sich schon über 200.000 Mal verkauft - jetzt aber treten Vertriebs- und Werbeverbote in Kraft. Das entschied die Bundesprüfstelle.

Farid Bang und Kollegah
AFP

Farid Bang und Kollegah


Das Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" wird von der Bundesprüfstelle in die Liste der jugendgefährdenden Medien eingetragen. Die Indizierung tritt ab dem 28. September in Kraft, wenn die sogenannte Liste A veröffentlicht wird.

Von diesem Zeitpunkt an gelten umfangreiche Vertriebs- und Werbeverbote, das Album darf dann nur noch an Erwachsene verkauft werden. Die Platte erschien allerdings schon am 1. Dezember 2017, sie verkaufte sich inzwischen über 200.000 Mal und wurde mit einem Echo ausgezeichnet. Die starke Kritik daran hatte zur Abschaffung des Musikpreises geführt.

Für Kontroversen sorgten die Texte der Rapper. Dem schließt sich nun die Prüfstelle an, wie die Vorsitzende Monika Hannak der Deutschen Presseagentur sagte. Zwei der 17 Titel würden als jugendgefährdend eingestuft, sie seien "frauendiskriminierend und verrohend".

Der Echo-Eklat hatte wegen Zeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" auch eine Antisemitismus-Diskussion losgetreten. Doch als antisemitisch wird das Album von der Prüfstelle ausdrücklich nicht eingestuft. Aber, so Hannak gegenüber der dpa: "Der Vergleich ist sozialethisch desorientierend und kann bei Jugendlichen zum Empathieverlust führen, also verrohend wirken".

Gegen den Vorwurf, viel zu spät reagiert zu haben, verteidigt sich Hannak. Die Prüfstelle könne nur auf Antrag oder Anregung aktiv werden. Erst nach der Echo-Verleihung im April kam die erste Behörde auf die Idee, es überprüfen zu lassen. Kollegah und Farid Bang seien persönlich zur Anhörung gekommen und hätten sich auf die Kunstfreiheit berufen.

kae/dpa



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