"Bonnie and Clyde" Bluegrass-Übervater Earl Scruggs ist tot

Mit seinem Banjo-Spiel revolutionierte Earl Scruggs die Bluegrass-Musik. Sein "Foggy Mountain Breakdown" gilt als amerikanischer Klassiker. Jetzt ist der Musiker im Alter von 88 Jahren in Nashville-Tennesse gestorben.

Earl Scruggs, 2005: "Der beste"
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Earl Scruggs, 2005: "Der beste"


Hamburg/Nashville - Seinen ersten Radioauftritt hatte er im Dezember 1945: In der berühmten Grand Ole Opry in Nashville/Tennessee spielte der damals 21-jährige Earl Scruggs das Banjo bei der Band Monroe and the Blue Grass Boys. Noch 2010 erinnerte sich Scruggs in einem Interview: "Ich wusste nicht, ob man mich akzeptieren würde - schließlich hatte dort noch nie jemand so Banjo gespielt wie ich."

Sein Auftritt sollte die Country-Musik schlagartig verändern. Scruggs spielte mit drei Fingern und befreite das Banjo so vom Vorurteil, ein bloßes Begleitinstrument oder gar eine Witzgitarre für Komödianten zu sein. Die amerikanische Countrygröße Porter Wagoner meinte später, Earl Scruggs sei für das fünfsaitige Banjo das, was Babe Ruth für Baseball war: "Der beste, den es je gab und jemals geben wird".

Scruggs' bekanntester Titel "Foggy Mountain Breakdown" war markanter Teil des Soundtracks von "Bonnie and Clyde". Zusammen mit Berühmtheiten wie dem musizierenden Schauspieler Steve Martin gab Scruggs diesen Klassiker der Bluegrass-Musik immer wieder auch bei Fernsehauftritten, so bei David Letterman, zum besten. 2005 wurde das Instrumentalstück als Werk von besonderer Bedeutung in die Library of Congress aufgenommen.

Im Januar feierte der in North Carolina geborene Scruggs seinen 88. Geburtstag. Es sollte die letzte größere Gelegenheit für ihn sein, mit Freunden zu musizieren. Am Mittwoch ist Earl Scruggs in Nashville gestorben.

sha/AP

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