Kritik an Fotografen-Vertrag Zeitung schickt Karikaturisten zu Foo Fighters

Kreativer Boykott: Aus Protest gegen die strengen Fotografen-Verträge der Foo Fighters verzichtete eine kanadische Zeitung beim jüngsten Konzert der US-Rockband auf Fotos - und schickte stattdessen einen Karikaturisten.

Gezeichnete Kritik: die Foo Fighters als Illustration im Comicstyle
Francis Desharnais

Gezeichnete Kritik: die Foo Fighters als Illustration im Comicstyle


Darauf muss man erst mal kommen: Die kanadische Zeitung "Le Soleil" hatte wohl genug von den strengen Verträgen der Foo Fighters, nach denen Fotografen fast alle Eigentumsrechte ihrer Fotos an die US-amerikanische Rockband abtreten müssen. Die Tageszeitung verzichtete daher aus Protest gänzlich darauf, für das Konzert in Québec einen Vertreter mit Kamera in die erste Reihe zu stellen - und schickte stattdessen den Karikaturisten Francis Desharnais.

Damit zeigt das Blatt auf kreative Weise, wie man die strengen und umstrittenen Vorschriften der Band logistisch umgehen kann: Der Vertrag schreibt vor, dass die Bilder nur innerhalb des ersten Jahres nach Unterzeichnung des Dokuments veröffentlicht werden dürfen, und besagt zudem, dass die Fotografen ihre Bilder insgesamt nur ein einziges Mal verkaufen dürfen; danach werden sie Eigentum der Band.

Dave Grohl, mal anders: nicht als Foto, sondern als Karikatur
Francis Desharnais

Dave Grohl, mal anders: nicht als Foto, sondern als Karikatur

"Le Soleil" ist nicht die erste Zeitung, die gegen die strikten Verträge der Foo Fighters protestiert. Erst kürzlich weigerte sich das "Washington City Paper", einen Fotografen zum Auftaktkonzert der Nordamerika-Tour zu schicken - und bezahlte stattdessen Konzertbesucher für ihre Smartphone-Fotos.

In der Musik- und Konzertbranche sind strikte Fotografen-Verträge mittlerweile keine Seltenheit mehr: Die britisch-amerikanische Rockband Garbage wird beschuldigt, für ein demnächst erscheinendes Buch unbezahlte Bilder des Fotografen Pat Pope verwendet zu haben. Und auch Taylor Swift wird vorgeworfen, ähnlich strikte Ansprüche auf die Bilder zu erheben, die von ihren Konzerten geschossen werden.

hkn



insgesamt 67 Beiträge
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Seite 1
MickyLaus 15.07.2015
1. Karikaturist?
Sieht eher aus wie das Werk eines Cartoonisten. Bzw. eines Illustrators. Karikaturen kann ich auf den Bildern nämlich nicht erkennen. Sieht doch alles normal aus.
troy_mcclure 15.07.2015
2.
An Stelle der Zeitung(en) würde ich die Band komplett boykottieren und einen Hinweis in der Zeitung bringen, dass aufgrund der strengen Verträge leider keine Berichterstattung möglich war.
Assman 15.07.2015
3.
Ein Karikaturist kann natürlich nicht nur Karikaturen ;)
Reg Schuh 15.07.2015
4. Hat was künstlerisches
Mein Eindruck auf den ersten Blick: Die Zeichnungen sind einfach, aber gut und ausdrucksstark. Beide könnten davon profitieren.
Cotti 15.07.2015
5.
Zitat von troy_mcclureAn Stelle der Zeitung(en) würde ich die Band komplett boykottieren und einen Hinweis in der Zeitung bringen, dass aufgrund der strengen Verträge leider keine Berichterstattung möglich war.
Schwachfug. Warum sollte eine Zeitung Geld für einen Fotoauftrag erhalten, um dann mit den Fotos nach eigenem Gutdünken noch mehr Profit machen zu dürfen? Dagegen spricht einfach das "Recht am eigenen Bild" und das scheinen die Foo Fighters sehr gut geschützt zu haben. Mit den Zeichnungen hat sich die Zeitung auch ins Knie geschossen, macht sie doch damit die Foo Fighters damit noch bekannter - und stellt noch deren Intelligenz in Vertragsfragen positiv heraus.
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