Fotografin Schapowalow Hals über Kopf verliebt in Susannes Fotos

Die Frau, die mit ihren Bildern Quincy Jones begeisterte: Susanne Schapowalow porträtiert nicht nur die Stars des Jazz, sondern die Musik selbst. Ein großartiger Bildband zeigt jetzt ihre besten Fotografien.

Von

jazzprezzo

"Fotografie ist Jazz für das Auge", sagte der Amerikaner William Claxton (1927-2008), der mit seinen Bildern von Musikern weltberühmt wurde. Wie er versuchen unzählige Fotografen bis heute, nicht nur Menschen zu porträtieren, sondern auch festzuhalten, was den Jazz jenseits der Noten ausmacht, also Stimmung, Atmosphäre, Haltung und auch so etwas wie gesellschaftliche Position. Denn die hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts dramatisch verändert: Der Jazz schaffte es vom Rotlichtmilieu in die Konzerthallen, begann also als Außenseiter und gehört nun zum Establishment.

Meisterhaft gelang Susanne Schapowalow die Verbindung aus Musiker-Porträt, Musik-Porträt und Zeitgeist-Porträt, wie der jetzt erschienene Band "Sophotocated Lady - Jazzphotographien 1948 - 1965" zeigt. Die Hamburgerin fotografierte die damals in Deutschland auftretenden schwarzen Stars des im Hitler-Reich verpönten Jazz: Duke Ellington im Hotel-Deko der fünfziger Jahre, Louis Armstrong in der kargen Garderobe des Hamburger Curio-Hauses, Ella Fitzgerald mit einem Bierkrug; Aufschrift "Jederzeit Willkommen"; der SPIEGEL machte das Foto zum Titelbild (17/1953).

"Mühe, ihre Haare glatt zu bügeln"

Schapowalow traf aber auch die ihren Idolen nacheifernden Deutschen: Rolf Kühn, Albert Mangelsdorff, Michael Naura. Ihre Bilder spiegeln die Aufbruchstimmung der Zeit wider: Zwar sind die Kriegstrümmer noch nicht weggeräumt - der Trompeter Fred Bunge bläst ein Ständchen auf einer Ruine -, aber die Menschen sehnen sich nach neuer Kultur und Unterhaltung und strömen zu Tausenden in Jazzkonzerte im Berliner Sportpalast, in der Frankfurter Festhalle und der Hamburger Ernst-Merck-Halle. Jazz war ähnlich populär wie später Rock und Pop.

Susanne Schapowalow, die den Namen ihres kurzzeitigen russischen Ehemannes behielt, fand wunderbaren Zugang zu den Musikern aus Amerika. 1960 begleitete sie die Bigband von Quincy Jones, mit Nat King Cole als Sänger auf einer Tournee durch Europa. "Die Schwarzen gaben sich damals große Mühe, ihre Haare glatt zu bügeln", erinnert sie sich. Quincy Jones, den Leute von heute eher als Michael-Jackson-Produzenten kennen, denn als Jazz-Trompeter und -Bandleader, bedankte sich in einem Brief für die Bilder aus Hamburg: "I am absolutely over the top in love with Susanne's photos." Sie wurden mit einer Rolleiflex-Kamera geschossen und sind nun Teil eines großartigen Bildbandes.


Susanne Schapowalow: "Sophotocated Lady - Jazzphotographien 1948-1965". Jazzpresso, Bad Oeynhausen; 200 Seiten; 55 Euro.

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
JorgeX1202 12.11.2011
1. Ich weiß nicht,
Zitat von sysopDie Frau,*die mit ihren Bildern Quincy Jones begeisterte: Susanne Schapowalow porträtiert nicht nur die Stars des Jazz, sondern die Musik selbst.*Ein großartiger Bildband zeigt jetzt*ihre besten Fotografien. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,797227,00.html
ob der Autor die Bilder selbst mit Text versehen hat oder jemand Anders - aber Duke Ellington zu einem Jazztrompeter zu machen, zeigt auf jeden Fall, dass derjenige absolut keine Ahnung von Jazz und den Akteuren hat - Ellington war Pianist, Komponist und Big-Band-Leader - und eine der bekanntesten und stilistisch einflußreichsten Figuren der Swing-Area. Wenn man schon keine Ahnung hat, kann man sich doch sowohl über Google als auch über Wikipedia derartig peinliche Ausfälle ersparen und wenigsten so zu tun, als wenn man irgendwie was davon versteht. JorgeX
Wooster 12.11.2011
2. ... 1960? Paris? ...
Zitat von JorgeX1202ob der Autor die Bilder selbst mit Text versehen hat oder jemand Anders - aber Duke Ellington zu einem Jazztrompeter zu machen, zeigt auf jeden Fall, dass derjenige absolut keine Ahnung von Jazz und den Akteuren hat - Ellington war Pianist, Komponist und Big-Band-Leader - und eine der bekanntesten und stilistisch einflußreichsten Figuren der Swing-Area. Wenn man schon keine Ahnung hat, kann man sich doch sowohl über Google als auch über Wikipedia derartig peinliche Ausfälle ersparen und wenigsten so zu tun, als wenn man irgendwie was davon versteht. JorgeX
Auch gibt's von Nat King Cole keinerlei Ton-Aufnahmen, die "1960" in "einem Studio in Paris" gemacht wurden.
jazzretter 12.11.2011
3. In Paris
Zitat von WoosterAuch gibt's von Nat King Cole keinerlei Ton-Aufnahmen, die "1960" in "einem Studio in Paris" gemacht wurden.
Im April 1960 tourten das Nat King Cole Quintet und das Quincy Jones Orchestra gemeinsam, sogar mit Familienmitgliedern, durch Europa. Das damalige Konzert im Pariser Olympia wurde vom Sender Europe1 aufgezeichnet (oder auch direkt übertragen). Der auf dem Foto gezeigte Raum muss ja nicht zwangsläufig ein (Ton-)Studio sein. Diese Örtlichkeit hat eher den Charme einer ausgedienten Werkshalle und diente den Musikern lediglich als Probenraum. – Der Verlag dieses schönen Bildbandes heißt übrigens nicht "Jazzpresso" sondern "Jazzprezzo".
robertusk 13.11.2011
4. Fotos?
Zitat von JorgeX1202ob der Autor die Bilder selbst mit Text versehen hat oder jemand Anders - aber Duke Ellington zu einem Jazztrompeter zu machen, zeigt auf jeden Fall, dass derjenige absolut keine Ahnung von Jazz und den Akteuren hat - Ellington war Pianist, Komponist und Big-Band-Leader - und eine der bekanntesten und stilistisch einflußreichsten Figuren der Swing-Area. Wenn man schon keine Ahnung hat, kann man sich doch sowohl über Google als auch über Wikipedia derartig peinliche Ausfälle ersparen und wenigsten so zu tun, als wenn man irgendwie was davon versteht. JorgeX
....da kann man nur hoffen, dass die Fotos im Bildband besser sind als das hier Gezeigte. Fotos von heute Prominenten eben....künstlerisch absoluter Durchschnitt. Wenn das Jazzer aus der Provinz gewesen wären, würde heute garantiert niemand auch nur ein einziges Wort üder diese Fotos verlieren. Dazu noch ein wirklich unterirdischer Artikel. Bleibt nur zu hoffen, dass die Bildunterschriften nicht von der "Künstlerin" selber sind, denn das würde sie noch mehr disqualifizieren....
ixania 14.11.2011
5. .
Zitat von JorgeX1202ob der Autor die Bilder selbst mit Text versehen hat oder jemand Anders - aber Duke Ellington zu einem Jazztrompeter zu machen, zeigt auf jeden Fall, dass derjenige absolut keine Ahnung von Jazz und den Akteuren hat - Ellington war Pianist, Komponist und Big-Band-Leader - und eine der bekanntesten und stilistisch einflußreichsten Figuren der Swing-Area. Wenn man schon keine Ahnung hat, kann man sich doch sowohl über Google als auch über Wikipedia derartig peinliche Ausfälle ersparen und wenigsten so zu tun, als wenn man irgendwie was davon versteht. JorgeX
vielleicht steckt einfach ein gegengeschäft dahinter: man hat im spiegel-bereich die bildagentur mal schlecht behandelt und tut jetzt was gutes für sie...
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