Gestorben Bossa-Nova-Legende Baden Powell ist tot

Der Gitarrist und Komponist Baden Powell, einer der Begründer der brasilianischen Bossa-Nova-Musik, starb im Alter von 63 Jahren an Lungenentzündung.


Bossa-Pionier Powell bei einem Konzert in Paris (1980)
AFP

Bossa-Pionier Powell bei einem Konzert in Paris (1980)

Rio de Janeiro - Wie der TV-Sender Globonews unter Berufung auf die behandelnden Ärzte berichtete, erlag Baden Powell am Dienstag in Rio de Janeiro den Folgen einer schweren Lungenentzündung und einer Leberkrankheit. Baden Powell, der auch Diabetiker war, hatte seit dem 22. August auf einer Intensivstation einer Klinik in Rio den Janeiro gelegen.

Zusammen mit seinem 1980 gestorbenen Musikerkollegen Vinicius de Moraes schuf Powell Schlager wie "Apelo" und "Samba da Bencao", sowie zahlreiche Songs und Stücke, die auch von afrikanischer Folklore inspiriert wurden, wie zum Beispiel "Canto de Ossanha".

Baden Powell - der zu Ehren des Gründers der amerikanischen Pfadfinder-Bewegung so getauft worden war - gehörte in den sechziger Jahren zu den wichtigsten Vertretern der damals noch jungen Bossa-Nova-Szene. In den Siebzigern zog Powell während der Diktatur in Brasilien nach einer erfolgreichen Tour durch Europa zunächst nach Frankreich um, wo er sich vor allem der Produktion von Filmmusik widmete. Im Verlauf der achtziger Jahre lebte er für mehrere Jahre auch in Deutschland, ironischerweise ausgerechnet in Baden-Baden. In den neunziger Jahren kehrte Powell zurück in seine brasilianische Heimat.

Die öffentlichen Auftritte von Baden Powell wurden allerdings immer rarer. Vor allem in Brasilien trat der Musiker, der seine größte Popularität zuletzt in Europa genoss, immer seltener auf.



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