Italienischer Liedermacher Gianmaria Testa gestorben

Über den Umweg Frankreich wurde er zu einem der wichtigsten Liedermacher Italiens - und blieb doch lange Bahnhofsvorsteher im Piemont. Nun ist der Cantautore Gianmaria Testa gestorben, er wurde 57 Jahre alt.

Gianmaria Testa (1958-2016)
Corbis

Gianmaria Testa (1958-2016)


Der italienische Liedermacher Gianmaria Testa ist tot. Er sei am Mittwoch im Alter von 57 Jahren gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Im vergangenen Jahr hatte er bekanntgegeben, an einem Tumor zu leiden.

Der 1958 im Piemont geborene Musiker war für seine nachdenklichen und jazzigen Klänge und Texte und seine warme Stimme bekannt und hatte auch über die Grenzen seiner Heimat hinaus viele Fans. Sein zweites Album "Extra-Muros" hatte Testa 1996 vor einem begeisterten Publikum im Pariser Olympia vorgestellt, woraufhin er auch in Italien Berühmtheit erlangte. Dennoch blieb er bis Mitte der Nullerjahre seinem Job als Bahnhofsvorsteher in der piemontesischen Stadt Cuneo treu.

Während meist Themen wie Liebe, Beziehungen, Einsamkeit und Reisen im Mittelpunkt seiner Lieder standen, wagte sich Testa 2006 auch an politische Texte: In dem Werk "Da Questa Parte Del Mare" (Auf dieser Seite des Meeres) befasste er sich mit dem Flüchtlingszustrom über das Mittelmeer nach Italien. Mit dem Album habe er gegen die Gleichgültigkeit der Menschen ankämpfen und für mehr Menschlichkeit werben wollen, sagte Testa später in einem Interview.

Der Cantautore war auch in Deutschland mehrfach auf Tournee. Die "Frankfurter Rundschau" befand in einem Konzertbericht, es sei nicht nötig, mehr als ein paar Worte Italienisch zu verstehen, um seine Lieder zu verstehen. Für die "Mitteldeutsche Zeitung" spielte Testa "mit dem großen Paolo Conte in einer Liga".

"Gianmaria ist ohne Lärm von uns gegangen. Was bleibt, sind seine Lieder, seine Worte", war am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite zu lesen. Tausende trauernde Fans hinterließen dort betroffene Nachrichten: "Arrivederci Gianmaria, und danke für Deine Lieder."

feb/dpa

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