Google-Doodle für Rossini Der Graf, der die Nonnen beglückte

Wer nur den "Barbier von Sevilla" kennt, verpasst viel: Gioacchino Rossini komponierte eine Menge weitere Opern, die oft Grenzen ausloteten. Google ehrt den Komponisten zu seinem 220. Geburtstag mit einem Doodle-Bildchen. Zeitgleich erscheint sein Skandalwerk "Le Comte Ory" frisch auf DVD.

Rossini: Melodieselig und burlesk
Getty Images

Rossini: Melodieselig und burlesk

Von


Schon sein Geburtstag am 29. Februar 1792 machte ihn zu etwas Besonderem: Gioacchino Rossini war ein Schaltjahr-Kind und wäre heute schlanke 55 Jahren alt. Glückwunsch! Google ehrt den Künstler für seine immer noch taufrischen Opern mit einem Doodle-Bildchen in Froschfarben. Unsterblich wurde der Komponist aus den italienischen Pesaro durch seine melodieseligen und meist burlesken Opern, mit denen er seinem erheblich ernsthafteren Zeitgenossen Giuseppe Verdi stets heftig Konkurrenz bereitete. Freunde wurden die beiden nie, aber bis heute gehören die Werke der so unterschiedlichen Komponisten zu den meistgespielten der Opernhäuser.

Nun sind es von Rossini meist der "Barbier von Sevilla", seine Aschenputtel-Version "La Cenerentola" oder "Il viaggio a Reims", die von seinen 39 Opern inszeniert werden, manche sind durch ihre Ouvertüren im Konzertsaal lebendig geblieben, andere bekommt man kaum zu sehen.

Eine dieser Raritäten, "Le Comte Ory", hat im letzten Jahr die New Yorker Metropolitan Opera auf die Bühne gebracht, und auch das ging nur mit den Mitteln einer internationalen Top-Produktion: Juan Diego Flórez, Diana Damrau und Joyce DiDonato bestritten die technischen anspruchsvollen Partien, die in dieser rasanten Komödie gefragt sind. Die traditionelle, aber charmante Inszenierung, die die Mittel der Commedia dell'arte variiert und die technische Idee der Bühne-auf-der-Bühne benutzt, gibt allen Beteiligten reichlich Gelegenheit, ihre spielerischen Talente mit dem hochvirtuosen Gesang zu kombinieren.

Diana Damrau hatte an der Met schon ihre Rossini-Qualitäten bewiesen, und so konnte sie die Rolle der Adèle in diesem "Comte" als weiteren Triumph verbuchen. Die derzeit unschlagbaren Fähigkeiten des in Peru geborenen Juan Diego Flórez als Rossini-Interpret stehen ohnehin außer Zweifel - entsprechend locker und souverän spielte er auf und machte die Partie des lüsternen Grafen, der ein ganzes Nonnenkloster verführt, zu einer weiteren Paraderolle seines Repertoires.

Das Ganze wurde schon aus der Met übers Kino live in alle Welt übertragen. Wer nicht dabei sein konnte, für den gibt es jetzt eine pralle, gut aufbereitete DVD - die Sopranistin Renée Fleming führt durch das Programm und präsentiert die Extras. Ein opulentes Geschenk für Maestro Rossini und seine Fans zum Geburtstag.


Gioacchino Rossini: "Le Comte Ory" (Virgin Classics/EMI), die DVD erscheint am 16.03.



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
SPON Leser 29.02.2012
1. Das Alter von Schalttages-Kindern
---Zitat--- Giacchino Rossini war ein Schaltjahr-Kind und wäre heute schlanke 55 Jahren alt. Google-Doodle für Rossini: Der Graf, der die Nonnen beglückte - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur (http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,818338,00.html) ---Zitatende--- Diesen Schmarrn lese ich heute bereits zum dritten Mal. Wann verstehen die Autoren solcher Texte, dass Schalttageskinder zwar nur alle vier Jahre einen ganzen Geburtstag haben. Aber dann werden sie jedes mal auch gleich vier Jahre älter, denn diese sind ja zwischenzeitlich vergangen. Letztlich werden sie jedes Jahr zwischen dem 28. Februar und dem 1. März ein Jahr älter. Der Geburtstag ist halt dann an drei von vier Jahren unendlich kurz ...
paulchenpanter 29.02.2012
2. Welch ein Missverständnis!
Zitat von SPON LeserDiesen Schmarrn lese ich heute bereits zum dritten Mal. Wann verstehen die Autoren solcher Texte, dass Schalttageskinder zwar nur alle vier Jahre einen ganzen Geburtstag haben. Aber dann werden sie jedes mal auch gleich vier Jahre älter, denn diese sind ja zwischenzeitlich vergangen. Letztlich werden sie jedes Jahr zwischen dem 28. Februar und dem 1. März ein Jahr älter. Der Geburtstag ist halt dann an drei von vier Jahren unendlich kurz ...
Aber nein, der Autor hat doch nicht das Prinzip der Jahreszählung missverstanden. Er gehört nur zu den (leider sehr vielen) Menschen, die solche Rechenbeispiele aus unerfindlichen Gründen witzig finden. Da lobe ich mir doch den Perlentaucher, der vor knapp drei Jahren schrieb: Heute wäre Georg Friedrich Händel zum 250. Mal gestorben. Das ist so schön bizarr, dass man gar nicht erst auf den Gedanken kommt, es könnte ernst gemeint sein.
Klaschfr 01.03.2012
3. Eulen nach Athen
Zitat von sysopGetty ImagesWer nur den "Barbier von Sevilla" kennt, verpasst viel: Giacchino Rossini komponierte eine Menge weitere Opern, die oft Grenzen ausloteten. Google ehrt den Komponisten zu seinem 220. Geburtstag mit einem Doodle-Bildchen. Zeitgleich erscheint sein Skandal-Werk "Le Comte Ory" frisch auf DVD. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,818338,00.html
Für Rossinis Opern muss man keine Reklame machen. Über Florez Gesangskunst läßt sich auch nicht mehr streiten. Ob Damrau und Flemming diee Idealbesetzungen sind, kann man anzweifeln. Nur eins ist sicher: DVD's können nicht das Erlebnis der Aufführung ersetzen, wenigstens was die Musik selbst und die Stimmen angeht. Aber herauszustellen, daß Google Rossini ehrt, ist eine Verkennung der Kompetenz und beinahe eine Beleidigung für Rossini posthum.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.