Grammy Awards Beyoncé begeistert, Adele räumt ab

In den wichtigsten Kategorien musste sich Beyoncé bei den Grammys Adele geschlagen geben. Doch mit ihrem Auftritt stahl sie der Konkurrenz die Show. Posthum erhielt David Bowie fünfmal den begehrten Musikpreis.


Es war eine beeindruckende Performance, die die schwangere Beyoncé bei den Grammy-Awards in Los Angeles zeigte. Der R&B-Superstar machte in einem hautengen goldfarbenen Kleid sowie mit riesigem Haarreif und großen Ohrringen auf die Rolle von Frauen und Müttern aufmerksam. Die 35-Jährige tanzte und sang unter anderem zu ihren Song "Sand Castles" vom Album "Lemonade", nominiert als bestes Album des Jahres.

Hologramm-Aufnahmen zeigten Beyoncé halbnackt mit Babybauch. "Deine Mutter ist eine Frau - und Frauen wie sie können nicht im Zaum gehalten werden", sang sie. Die US-Amerikanerin war bei der 59. Ausgabe des wichtigsten Musikpreises der Welt für neun Grammys nominiert, mehr als jeder andere Künstler. Sie gewann in den Kategorien bestes zeitgenössisches Album und bestes Musikvideo ("Formation"). In ihrer Dankesrede sagte sie, dass sie sich für ihre Kinder eine Welt wünsche, in der diese keinen Zweifel daran haben, "schön, intelligent und kompetent" zu sein. Das wolle sie für jedes Kind, egal welcher Herkunft.

Bei den Preisen in den wichtigsten Kategorien musste sich Beyoncé allerdings Adele geschlagen geben. Deren Auftritt war ebenfalls aufsehenerregend. Die Britin brach ihren Song zum Gedenken an den im Dezember gestorbenen George Michael ab und setzte ein zweites Mal an. Nach etwa einer Minute war sie mit ihrer Version von Michaels Hit "Fastlove" unzufrieden, stoppte und sagte "Ich kann das nicht versauen, seinetwegen." Am Ende des von Streichern getragenen Vortrags standen der 28-Jährigen Tränen in den Augen, die Zuschauer applaudierten stehend. Zuvor hatte Adele - im US-Fernsehen ausgeblendet - über ihren Fehler geflucht und sich entschuldigt. Bereits im Vorjahr hatte der Superstar mit Soundproblemen während ihres Liedes "All I Ask" zu kämpfen, damals aber trotz Mikroausfall und schepperndem Klavier weitergesungen.

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Grammys gewann Adele für ihr Album "25" in den Kategorien bestes Album und für ihre die Pop-Ballade "Hello" als bestes Lied des Jahres (zusammen mit Songwriter Greg Kurstin) und als beste Aufnahme des Jahres. Beim "Lied des Jahres" ("Song of the Year") werden die Komponisten und Texter ausgezeichnet. Die Kategorie "Aufnahme des Jahres" ("Record of the Year") würdigt neben diesen Songwritern auch das Produktionsteam und die Toningenieure rund um den Song. Zudem erhielt sie die Preise für die beste Pop Solo Performance und das beste Pop Vocal Album ("25").

In ihrer Dankesrede würdigte Adele unter Tränen Beyoncé. "Die Künstlerin meines Lebens ist Beyoncé", sagte sie. "Das 'Lemonade'-Album ist so monumental."

Anders als zuvor vermutet, hielten sich während der dreieinhalbstündigen Show die Stars mit politischen Bekundungen meist zurück. Die Rap- und Hip-Hop-Veteranen von A Tribe Called Quest bezeichneten zusammen mit Busta Rhymes den neuen US-Präsidenten Donald Trump in Anspielung auf sein Aussehen und das giftige Vernichtungsgas aus dem Vietnamkrieg mehrfach als "President Agent Orange". Sie brachten zudem ein breites Spektrum an Statisten auf die Bühne, darunter Afroamerikaner und Frauen mit Kopftüchern.

Einer der großen Gewinner der Awards war der im vergangenen Jahr gestorbene David Bowie, der in fünf Kategorien nominiert war und alle fünf gewann. Bowie gewann für sein letztes Studioalbum "Blackstar" posthum Grammys für die beste Rockperformance, den besten Rocksong, das beste Alternative-Music-Album, die beste die Aufnahme begleitende Verpackung und Booklet, sowie das technisch am besten ausgeführte Album. Bowie war am 10. Januar 2016 gestorben, zwei Tage nach der Veröffentlichung von "Blackstar" an seinem 69. Geburtstag.

Als bester neuer Künstler des Jahres wurde Chance the Rapper geehrt. "Ich möchte den Preis ganz Chicago widmen. Und ich nehme den Sieg im Namen des Herren entgegen", sagte er. Neben Lied des Jahres, Aufnahme des Jahres und Album des Jahres gilt bester neuer Künstler als eine der vier Hauptkategorien des wichtigsten Musikpreises der Welt.

Auch eine Deutsche gewann den begehrtesten Musikpreis der Welt: Die Opernsängerin Dorothea Röschmann aus Flensburg siegte in der Kategorie bestes klassisches Solo-Album für "Schumann & Berg", zusammen mit "Shakespeare Songs" von Ian Bostridge.

Die Grammy-Preisträger in den wichtigsten Kategorien:

Album des Jahres: Adele - "25"

Song des Jahres: Adele - "Hello"

Aufnahme des Jahres: Adele - "25"

Bester Newcomer: Chance the Rapper

Beste Pop-Solo-Performance: Adele - "Hello"

Beste Pop-Duo-Performance: Twenty One Pilots - "Stressed Out"

Bestes Pop-Gesangsalbum: Adele - "25"

Bestes traditionelles Pop-Gesangsalbum: Willie Nelson - "Willie Nelson Sings Gershwin"

Bestes Rock-Album: Cage the Elephant - "Tell Me I'm Pretty"

Bestes Rap-Album: Chance the Rapper - "Coloring Book"

Bester R&B-Song: Maxwell "Lake by the Ocean"

Bestes zeitgenössisches Album: Beyoncé - "Lemonade"

max/dpa

insgesamt 14 Beiträge
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miafia 13.02.2017
1. Ist das der selbe Artikel wie der der NY Times?
Natürlich haben Sie eine Berechtigung sich Inspirationen bei anderen Medien zu holen, allerdings wirkt der Artikel für mich ein wenig sehr ähnluch mit dem der New York Times. Selbst die Überschrift ist die selbe nur übersetzt... Da fällt Ihnen doch etwas Orginelleres ein oder? Trotzdem guter Artikel
Papazaca 13.02.2017
2. Veränderte Welt: Musik im Abwärtstrend
Wenn man sich diesen Grammy ansieht - aber auch die der letzten Jahre - muß man den Niedergang der Musik und seiner Industrie konstatieren. Das Internet, andere Werte, andere Konsumgewohnheiten - die Rock- und Popmusik spiegelt das auch in ihren Verkaufszahlen, Stars und der Qualität der Musik wieder. Es ist jetzt noch nicht das Ende, aber ganz klar ein Niedergang. Aber das gab es ja schon immer: Video kills the Radiostar
romeov 13.02.2017
3. Wie immer halt
jedes Jahr die gleichen Gesichter und diese ewig gleiche Bombast-Show, um Musik geht es schon lange nicht mehr. An Bowie kamen sie halt, aufgrund seines Ablebens, nicht vorbei, sonst hätte "Blackstar" keine Chance gehabt. Diese Depri-Lieder von Adele scheinen ja die Waffen schlechthin zu sein.
Orthoklas 13.02.2017
4. Oh Mann...
Was lernen wir? Künstliche Tränen und das Ableben treiben Dir die Herzen zu - ach ja, halbnackte Auftritte Schwangerer auch. The Show must go on. So spannend wie die Bundespräsi-Wahl.
thequickeningishappening 13.02.2017
5. Ich vermisse PINK
Das hat Was! Never seen since Janice Joplin!
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