Grammy Awards Elton John plant Duett mit Eminem

Bei der Grammy-Verleihung wird Elton John gemeinsam mit Eminem auftreten - zum Unmut der Schwulen- und Lesben-Allianz.


Unterstützung aus England: US-Rapper Eminem
AP

Unterstützung aus England: US-Rapper Eminem

Schützenhilfe für den Schwulen-Hasser. In der "Los Angeles Times" bestätigte Sir Elton John, dass er bei der Grammy-Verleihung am 21. Februar gemeinsam mit dem Rüpel-Rapper eine Version des Eminem-Hits "Stan" zum Besten geben wird und dabei den Gesangs-Part der Sängerin Dido übernehmen wird. "Ich weiß, dass ich jede Menge Anfeindungen von Leuten kassieren werde, die planen, die Show zu kritisieren", sagte der homosexuelle Sänger, der sich als Eminem-Fan outete. John gab außerdem zu Protokoll, dass die Duett-Idee von dem Rapper stamme, dessen geplanter Auftritt bei der Preisverleihung schon im Vorwege für wütende Proteste gesorgt hatte.

Die amerikanische Schwulen- und Lesbenvereinigung Gay & Lesbian Alliance Against Defamation (Glaad) hatte bereits angekündigt, die Veranstaltung mit Demonstrationen und Protestaktionen zu stören, sollte der für seine homophoben Texte berüchtigte Rapper auftreten. Im letzten Jahr verlieh die Gruppe einen Preis an Elton John für dessen Verdienste im Kampf gegen die Diskriminierung Homosexueller. Scott Seomin, Medienbeauftragter von Glaad, beschrieb das Duett-Vorhaben Johns in einem Interview mit dem Online-Dienst "BBC News" als "schmerzhaft". Die Aktion stelle außerdem den Geist der an ihn verliehenen Auszeichnung in Frage.

Eminem-Fan: Sir Elton John
DPA

Eminem-Fan: Sir Elton John

Eminem ist mit seinem Album "The Marshall Mathers LP" für den "Album des Jahres"-Grammy und in drei weiteren Rap-Kategorien nominiert. Die umstrittene Platte verkaufte sich im vergangenen Jahr allein in den USA bereits 7,9 Millionen Mal. Der Präsident der preisverleihenden National Academy of Recording Arts & Sciences, Michael Greene, zuständig für die Planung des Show-Programms, sagte der "BBC", er habe sehr wohl Probleme mit dem Inhalt des Albums, gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass es Zensur bei den Grammys nicht geben dürfe.



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