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27. Juni 2018, 14:38 Uhr

Mehr Nominierungen

Werden die Grammys jetzt weiblicher?

Zu weiß und zu männlich: Die Grammy Awards haben ein Diversity-Problem. Nun kündigt der Präsident des Musikpreises grundlegende Neuerungen an.

Gerade mal eine einzige Frau gewann bei der diesjährigen Grammy-Verleihung einen der Hauptpreise: Alessia Cara nahm die Auszeichnung als beste Newcomerin entgegen. Ansonsten nur Männer, allen voran Bruno Mars. Schnell machten Zuschauerinnen ihrem Unmut unter dem Hashtag #GrammysSoMale Luft.

Und dann war da auch noch eine Aussage von Neil Portnow, dem Präsidenten der Recording Academy. Von einem Reporter auf die männliche Dominanz bei den Preisträgern und den auftretenden Stars angesprochen hatte er geantwortet, dass sich Frauen "eben mehr ins Zeug legen müssten", um Erfolg in der Musikbranche zu haben. Portnow ruderte zwar kurzer Zeit später zurück, doch er selbst und die Grammys an sich waren beschädigt.

Acht statt fünf Nominierungen

Nun aber sollen auch mehr Frauen eine Chance auf einen Grammy erhalten, denn die Academy will künftig jeweils acht anstatt fünf Kandidaten in den vier Hauptkategorien nominieren. Offiziell begründet die Academy ihren Schritt damit, mehr Künstlerinnen und Künstlern die Chance auf Anerkennung zu geben, wie das Branchenblatt "Billboard" den Präsidenten zitiert. Übersetzt könnte das heißen, unter die Top Five schaffen es die Frauen nicht, aber vielleicht unter die Top Eight? In diesem Jahr war die neuseeländische Sängerin Lorde die einzige Frau, die für das Album des Jahres nominiert war - und nicht gewann.

Die Änderung gilt für die Kategorien Album des Jahres, Platte des Jahres, Song des Jahres und bester Künstler und es ist eine der größten Neuerungen bei den seit 1959 vergebenen Musikpreisen. Es ist auch eine der großen Veränderungen in der Amtszeit von Neil Portnow - und wohl seine letzte. Ende Mai kündigte er an, seinen Posten im kommenden Jahr abzugeben.

brs/AFP

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