Grammy-Nominierungen: Gaga-Lady gegen Vorkriegs-Dame

Bei der Grammy-Verleihung 2011 scheint es zum Duell der Damen zu kommen: Je sechs Nominierungen für Lady Gaga und für Lady Antebellum - dabei allerdings handelt es sich um eine Countryband. Die meisten Nominierungen erhielt dann doch ein Mann: der Rapper Eminem.

Countryband Lady Antebellum: Nominiert für bestes Album und besten Song Zur Großansicht
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Countryband Lady Antebellum: Nominiert für bestes Album und besten Song

Hamburg/Los Angeles - Zehn Nominierungen für Eminem, sechs für Lady Gaga, zwei für den deutschen Filmmusikkönig Hans Zimmer, eine für den Grandseigneur Hans Werner Henze - und dann ist da noch eine Countryband mit dem schönen, englisch-lateinischen Namen Lady Antebellum (zu deutsch: Vorkriegs-Dame). Auch sie ist für sechs Grammys nominiert und gilt als Favorit für die Grammy-Verleihung des nächsten Jahres.

Die Band aus Nashville/Tennessee wurde am Mittwochabend in Los Angeles in allen drei Hauptkategorien für den wichtigsten Musikpreis der Welt nominiert. Für ihr Lied "Need You Now" wurden sie in der Kategorie "Beste Aufnahme" als auch als Komponisten im Bereich "Bester Song" vorgeschlagen. Auch bei den besten Alben ist "Need You Now" dabei, diesmal die ganze Platte gleichen Namens.

Beim besten Album konkurriert die Band mit Lady Gagas "The Fame Monster". Die 24-Jährige New Yorkerin kann auch als beste Sängerin und in vier weiteren Kategorien gewinnen, wenn sie sich gegen jeweils vier Mitbewerber durchsetzt. In vier Kategorien konkurriert sie mit Katy Perry ("California Gurls"). Der 16-jährige Justin Bieber, großer Sieger der American Music Awards, brachte es überraschenderweise nur auf zwei Nennungen, ebenso die Sängerin Beyoncé.

Der Grammy gilt als Oscar der Musik und wird am 13. Februar zum 53. Mal vergeben. Für die mehr als hundert Kategorien sind jeweils fünf Sänger, Gruppen, Komponisten oder Produzenten nominiert. Lady Antebellum hatten auch bei den Auszeichnungen 2010 einen Grammy bekommen, für die "Beste Countrydarbietung einer Gruppe". Abgeräumt 2010 hatten vor allem Taylor Swift und Beyoncé - die diesmal bei den Nominierungen keine große Rolle spielten.

Eminem könnte den Preis für die beste Platte, die beste Komposition und den besten Song erhalten. In der Kategorie bester Rapsong hält er zwei der fünf Nominierungen. Sein schärfster Konkurrent ist Bruno Mars. Der R'n'B-Musiker aus Hawaii ist in sechs Kategorien nominiert.

In der Kategorie Filmmusik hat der 53-Jährige Hans Zimmer gleich zwei der fünf Nominierungen erhalten. Preiswürdig ist in den Augen der Jury sowohl Zimmers Filmmusik für "Sherlock Holmes" mit Robert Downey jr. als auch die des Leonardo-DiCaprio-Thrillers "Inception".

Der in Frankfurt geborene und in Kalifornien arbeitende Zimmer hat die Musik für "Rain Man", "Gladiator" und "The Da Vinci Code - Sakrileg" geschrieben. Neben dem Oscar für "Der König der Löwen" hat er bereits sieben Grammys erhalten.

Ansonsten spielen Deutsche, wie in fast jedem Jahr, hauptsächlich im Klassikbereich eine Rolle. So wurden das Deutsche Symphonie-Orchester und der Rundfunkchor Berlin für ihre Opernaufnahme von "L'Amour De Loin" sowie das Freiburger Barockorchester zusammen mit dem Rias-Kammerchor für Haydns "Schöpfung" nominiert. Als beste Orchester-Aufführung könnten die Salieri-Overtüren von Thomas Fey mit dem Mannheimer Mozartorchester geehrt werden.

Ebenso wurden Hans Werner Henze, 84-jähriger Doyen der bundesdeutschen Kompositionskunst, die Violinistin Isabelle Faust und die junge Münchner Geigerin Julia Fischer nominiert.

sha/dapd/dpa

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