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Grammy-Verleihung: Eier-Show bei Ladies' Night

Das war überzeugend: Bei der Verleihung der weltweit wichtigsten Musikpreise wurde die Country-Band Lady Antebellum gleich fünf Mal prämiert. Lady Gaga, das war klar, legte einen spektakulären Auftritt hin, überraschend waren die Gewinner bei den Alben des Jahres.

Los Angeles/Hamburg - Wie schon im Vorjahr mit Taylor Swift war auch in diesem Jahr Country-Pop der Sound des Jahres für die Grammy-Jury: Fünf der wichtigsten Musikpreise gingen an die Band Lady Antebellum, die mit ihrem poppigen Countrysong richtig abräumten. Gleich vier der begehrten Awards erhielt die Band aus Nashville am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles für ihr Stück "Need You Now", dazu noch einen weiteren für das gleichnamige Album. "Wir sind so verblüfft, dass wir eben fast in die falsche Richtung gelaufen wären", gestand Sängerin Hillary Scott auf der Bühne.

Lady Gaga bekam drei der kleinen goldenen Grammophone, ansonsten enttäuschten die Favoriten: Eminem ging, obwohl zehnmal nominiert, nur mit zwei Trophäen in Rap-Kategorien nach Hause, Justin Bieber und Katy Perry sogar ganz ohne Preise.

Das Lied "Need You Now" wurde in gleich zwei der drei wichtigen Kategorien geehrt, als bester Song und als beste Aufnahme des Jahres 2010. Damit wurden einmal die Interpreten und einmal Komponisten und Texter des Liebesliedes geehrt - jeweils das Trio aus Tennessee. Der Titel bekam auch noch die Preise als bester Country-Song und beste Country-Darbietung.

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Grammy-Preisträger: Ladies' Night bei den Grammys
Doch bei der dritten Hauptkategorie, dem Album des Jahres, mussten Lady Antebellum passen, obwohl ihr Album "Need You Now" nominiert war. Etwas überraschend ging der Preis an "The Suburbs" von der kanadischen Independent-Rockband The Arcade Fire. Damit setzten sie sich gegen Superstars wie Lady Gaga, Eminem und Katy Perry durch.

Beste Popsänger des Jahres wurden Lady Gaga und Bruno Mars. Die 24-jährige New Yorkerin bekam den Preis für "Bad Romance" von ihrem Album "The Fame Monster", der ein Jahr ältere R&B-Musiker aus Hawaii für "Just The Way You Are". Beste Popgruppe wurde Train. Die drei erhielten für den Song "Hey, Soul Sister" den Preis als "Bestes Duo/Beste Gruppe". Der Rapper Jay-Z gewann drei Grammys. Den Grammy für das beste Rockalbum des Jahres erhielt die britische Band Muse für "The Resistance". Bruno Mars war sechsmal nominiert, er bekam aber nur einen Preis.

Deutscher Sieg in Opernkategorie

Auch Teeniestar Justin Bieber, gerade mit einem Konzertfilm außerordentlich erfolgreich, begeisterte zusammen mit Usher das Publikum in Los Angeles. Aber er unterlag in der Kategorie "Bester Newcomer", die geradezu sensationell von der Jazz-Bassistin Esperanza Spalding gewonnen wurde. Es war das erste Mal seit 35 Jahren, dass der Newcomer-Grammy an einen Jazzmusiker vergeben wurde.

Enttäuscht konnte auch Hans Zimmer sein. Gleich zwei der fünf Nominierungen für die beste Filmmusik lauteten auf den Namen des Frankfurters. Das Grammophon ging dann an Randy Newman für den Soundtrack zu "Toy Story 3".

Bei den Klassikpreisen gewannen das Deutsche Symphonieorchester Berlin und der Rundfunkchor Berlin die Auszeichnung für die beste Opernaufnahme. Geehrt wurde die Einspielung der Oper "L'Amour de Loin" der zeitgenössischen finnischen Komponistin Kaija Saariaho zusammen mit dem Rundfunkchor Berlin. Pech hatten das Freiburger Barockorchester und der Rias-Kammerchor, die mit Haydns "Schöpfung" als "Beste Chordarbietung" nominiert waren.

Wie jedes Jahr bot die Grammy-Gala eine Bühne für spektakuläre Show-Auftritte. Lady Gaga ließ sich in einem Riesen-Ei auf die Bühne tragen, dem sie in einem kükengelben Kunststoffkostüm entschlüpfte. Rap-Star Cee Lo Green setzte sich in einem papageienbunten Federkostüm an den Flügel, auf dem sich Gwyneth Paltrow räkelte. Altmeister Bob Dylan kam hingegen ganz schlicht mit einer simplen Mundharmonika aus, auch die Show-Veteranen Barbra Streisand und Mick Jagger verzichteten bei ihren Auftritten auf Schnickschnack.

Die Grammys wurden zum 53. Mal vergeben. In 109 Kategorien wurden diesmal Musiker ausgezeichnet, wobei die meisten schon vor der im Fernsehen übertragenen Verleihzeremonie im Staples Center von Los Angeles auf der Homepage der Recording Academy bekanntgegeben wurden.

feb/dpa/AP/AFP

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insgesamt 9 Beiträge
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1. .
sobomatic, 14.02.2011
Arcade Fire bestes Album? Yeah! Und wieso wird "Resistance" von Muse bepreist, wenn das Album doch schon Mitte 2009 herauskam???
2. Ist doch klar
Akku, 14.02.2011
Zitat von sobomaticArcade Fire bestes Album? Yeah! Und wieso wird "Resistance" von Muse bepreist, wenn das Album doch schon Mitte 2009 herauskam???
Die Schallplattenfirma, hat zu spät überwiesen.
3. eben
sverris 14.02.2011
Zitat von AkkuDie Schallplattenfirma, hat zu spät überwiesen.
eben. es ist eine bloße riesen-PR-maschine, alles gaga... siehe auch: http://en.wikipedia.org/wiki/Grammy_Award#Criticism
4. (Fast) wie immer...
BadTicket 14.02.2011
Kein Wunder gehen die Musik-Verkäufe immer weiter zurück. Die Musikindustrie lernt nie dazu... Rühmliche Ausnahme: Das Album von Arcade Fire ist wirklich hörbar!
5. was die alle...
jayred 14.02.2011
...an dieser gaga finden, ist mir sowieso völlig schleierhaft. ihre musik ist an banalität kaum zu überbieten. naja, andere stars wie katy perry und pink sind da auch nicht besser. ich fürchte ja, wir gleiten aus einer phase der guten mehr oder weniger handgemachten musik wieder mal in eine akustische fast food-periode ab, wenn man die charts so studiert.
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Schlüpfrig: Die Gaga bei den Grammys


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