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Grammy-Verleihung: Triumph für die Dixie Chicks

Morddrohungen, Radio-Boykott: Für ihre Kritik an US-Präsident Bush wurden die Dixie Chicks abgestraft. Wut und Frust verarbeitete das Country-Trio zu neuen Songs - jetzt wurden die Sängerinnen belohnt: mit fünf Grammys.

Los Angeles - Die drei Sängerinnen, die aus ihrer Einstellung gegen US-Präsident George W. Bush kein Hehl machen, werteten die höchste Auszeichnung in der vergangenen Nacht als politische "Botschaft" der Grammy-Juroren. Mit einer Bush-kritischen Äußerung hatten die Dixie Chicks 2003 für Aufruhr in der konservativen US-Country-Szene gesorgt: In einem Londoner Club sagte Natalie Maines damals, dass sie sich als Texanerin für ihren Präsidenten schäme. Die Bemerkung entfachte in den USA einen Sturm der Entrüstung. Radio-Stationen boykottierten die Band, bei "Destroy the Chicks"-Veranstaltungen wurden Lastwagenladungen ihrer CDs mit Bulldozern plattgewalzt. Die Sängerinnen berichteten von Morddrohungen.



Jetzt gewann das Country-Trio mit seiner Platte "Taking the Long Way" den besonders begehrten Preis für das beste Album des Jahres. Hinzu kamen vier weitere Trophäen in den Kategorien beste Single und bester Song ("Not Ready To Make Nice"), bestes Country-Album und bester Country-Live-Auftritt.

Die begehrte Trophäe für das beste Rock-Album ging wie erwartet an die kalifornische Rockband Red Hot Chili Peppers ("Stadium Arcadium"). Das goldene Grammophon wurde der Gruppe, die in Kürze auch in die Rock'n'Hall of Fame aufgenommen wird, von dem ehemaligen US-Vizepräsidenten und Umweltschützer Al Gore überreicht.

Mit drei Trophäen wurde das Comeback-Album "Breakthrough" der US-Soul-Sängerin Mary J. Blige in Los Angeles ausgezeichnet. Die 36-jährige Sängerin, die mit acht Nominierungen als Favoritin ins Rennen um die begehrten Musikpreise ging, wurde in Los Angeles für das beste R&B-Album, für die beste R&B-Performance und den besten R&B-Song ("Be Without You") geehrt.


Die Pop-Diva Christina Aguilera und der Blues-Barde John Mayer wurden erneut als beste Pop-Sänger ausgezeichnet. Der 29-jährige Songschreiber Mayer erhielt die prestigeträchtige Trophäe für seinen Song "Waiting for the World to Change". Nach seinen Grammy-Auszeichnungen vor zwei und vier Jahren ist es Mayers dritte Trophäe in dieser Kategorie. Zudem konnte der Gitarren-Musiker in diesem Jahr auch noch den Preis für das beste Gesangsalbum mit nach Hause nehmen. Er bekam ihn für seine von der Kritik gelobte selbstproduzierte Platte "Continuum".

Die drei Jahre jüngere Aguilera gewann die Auszeichnung als beste Pop-Sängerin für ihren Song "Ain't No Other Man". Vor drei Jahren hatte sie in der gleichen Kategorie schon einmal gewonnen. Zudem hatte sie bereits zwei Grammys in anderen Sparten mit nach Hause nehmen können. Begonnen hatte Aguilera ihre Karriere als Kinderstar in der US-Sendung "Mickey Mouse Club". Inzwischen stürmen ihre Platten regelmäßig die Charts, mit ihren aufwändigen Musikvideos setzt sie stilistische Maßstäbe.

Einer der begehrten Grammys geht in diesem Jahr auch nach Deutschland: In der Kategorie "Bestes klassisches Album" wurde der Preis dem schon mehrfach ausgezeichneten deutschen Tonmeister Andreas Neubronner verliehen, wie die Grammy-Akademie auf ihrer Internetseite mitteilte. Mit dem Preis wurde Neubronners Leistung bei der Produktion von Gustav Mahlers 7. Symphonie durch die San Francisco Symphony unter dem Dirigenten Michael Tilson Thomas ausgezeichnet. Für Neubronner ist es bereits der fünfte Grammy als Tonmeister in einer Klassik-Produktion.

hen/dpa/AP/Reuters

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