Grand Prix: Europameisterschaft der Sänger

Was dem Fußballfan die EM, das ist dem Schlagerfreund der Grand Prix d'Eurovi-
sion de la Chanson. Mit rund einer Milliarde Fernsehzuschauer wird für das weltweit bedeutendste Musikspektakel am Samstag gerechnet. Wer seichten Schlager erwartet, liegt falsch: Die meisten Interpreten setzen auf Popmusik.

"Germany - twelve points. Allemagne - douze points" - auf die Höchstzahl der möglichen Punkte hoffen in diesem Jahr Sürpriz mit ihrem Titel "Reise nach Jerusalem".

Singen für Deutschland: Sürpriz
DPA

Singen für Deutschland: Sürpriz

Die sechsköpfige Gruppe des Grand Prix-Veteranen Ralph Siegel startet als 21. von 23 Teilnehmern. Ihr Titel - teils deutsch, teils englisch, teils türkisch - liegt im Trend: Etwa die Hälfte aller Lieder ist englisch getextet, nachdem die Wahl der Sprache jedem Land freigestellt wurde.

Für Österreich tritt zum Beispiel Bobbie Singer alias Tina Schosser mit dem Titel "Reflections in your eyes" an. Die Schweiz konnte keinen Interpreten nach Jerusalem schicken: Nach einem Debakel von null Punkten 1998 hat sich das Land für dieses Jahr nicht qualifiziert. Frankreich landete zwar auf dem vorletzten Platz, darf seinen Titel am Samstag aber dennoch ins Rennen schicken: Die finanzstärksten Mitglieder der Eurovision können sich ab sofort auf eine Sonderregel verlassen. Demnach sind deutsche, britische, spanische und französische Teilnehmer automatisch qualifiziert.

Der Ausgang des Wettbewerbs ist völlig offen. Zypern, Island, Kroatien und Holland werden deshalb gute Chancen eingeräumt, weil sie in den meisten Wetten vorne liegen. Die Entscheidung über den Grand-Prix-Gewinner fällt in diesem Jahr zum dritten Mal per TED. Jeder kann über Telefon seine Stimme abgeben. Die Favoriten der deutschen Zuschauer wird die türkische Schauspielerin und Autorin Renan Demirkan vorstellen. Das Ergebnis des 44. Grand Prix wird um kurz vor Mitternacht erwartet. Beginnen wird die Live-Übertragung der ARD um 21 Uhr.

Vor Ort führen drei Moderatoren durch die Sendung: die Musikerin Dafna Dekel, die "Glücksrad"-Moderatorin Sigal Shachmon sowie der Nachrichten-Sprecher Yigal Ravid. Die Live-Übertragung aus dem International Convention Center in Jerusalem wird von aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Orthodoxe Juden haben gegen das neue Lied von Vorjahres-Siegerin Dana protestiert. Die transsexuelle Sängerin, die in Birmingham mit dem Lied "Diva" gewonnen hatte und ihren Sieg ihrem Heimatland und allen Schwulen und Lesben in der Welt widmete, wird zu Beginn der Sendung ein vertontes Gebet vortragen.

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