Grand-Prix-Stress DJ Bobo verärgert Christen mit Vampirsong

Wer Blutsaugern in Popsongs huldigt, hat eventuell selbst schnell Probleme am Hals. DJ Bobo zum Beispiel, Schweiz-Vertreter beim Grand Prix, wird gerade von Christen angefeindet.


Zürich - Die Idee, sich beim diesjährigen Grand Prix mit einem Vampirsong durchzubeißen, ist vielleicht gar nicht so abwegig. Außerdem hatte DJ Bobo für den christlichen Wertekanon ja schon mit dem Stück "Pray" Werbung gemacht. Der abendländischen Metaphysik war also bereits Genüge getan. Und überhaupt: Ist der Blutsauger nicht auch eine Symbolfigur des Showgeschäfts mit seiner Gier und unsterblichen Lust nach Verjüngung?

Grand-Prix-Gesandter DJ Bobo: Zahnprobleme für Christen
DPA

Grand-Prix-Gesandter DJ Bobo: Zahnprobleme für Christen

Solche medienkritischen Überlegungen allerdings interessieren die Evangelische Allianz (SEA) kaum oder gar nicht. Sie wollen einfach, dass der Popstar seinen Song "Vampires Are Alive" zurückzieht. Das Lied vermittle nicht nur eine düstere Botschaft der Schweiz, sondern er sei auch eine Gefahr für suizidgefährdete Jugendliche.

Die christliche Bewegung intervenierte nach eigenen Angaben schriftlich bei der Direktorin des Schweizer Fernsehens, Ingrid Deltenre, bei Kultur- und Gesundheitsminister Pascal Couchepin sowie bei dem Musiker selber.

DJ Bobo wird aufgefordert, den Liedtext zu prüfen. Als besonders störende Passage nennt die SEA die Zeilen: "Verkauf deine Seele, vom Himmel zur Hölle, genieße die Fahrt. Du bist hier, um mit deinem Leben zu kapitulieren."

dan/AP



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