US-Rockpionier Gregg Allman ist tot

Er war ein Teil der Allman Brothers Band und prägte den Southern Rock. Nun ist der Sänger und Musiker Gregg Allman im Alter von 69 Jahren verstorben.

Gregg Allman
AP

Gregg Allman


Er galt als einer der Hauptvertreter des sogenannten Southern Rock, der Einflüsse von Country, Blues und Rock mit Improvisationen kombiniert. Nun ist der US-amerikanische Sänger und Songwriter Gregg Allman verstorben. Das teilte sein Management mit.

Allman gründete mit seinem Bruder Duane die Allman Brothers Band, die in den Siebzigerjahren ihre größten Erfolge feierte. Zu ihren Hits gehören "Midnight Rider", "Melissa" und "Ramblin' Man". In seiner Autobiografie "My Cross to Bear" beschreibt Allman seinen Bruder als zentrale Figur seines Lebens, nachdem der Vater in einer Bar getötet wurde. Duane Allman stieg schnell zu einem der Gittarrenhelden auf wegen seiner Sets mit Aretha Franklin und Eric Clapton. Duane Allman starb bereits 1971 im Alter von 24 Jahren bei einem Motorradunfall.

Im Jahr 1969 brachte die Allman Brothers Band ihr selbstbetiteltes Album heraus, wurde aber durch ihr einflussreiches Livealbum "At Fillmore East" (1971) erfolgreich, auf dem sich auch eine 22-minütige Version des Songs "Whipping Post" befand, die zum absoluten Highlight wurde. Allman trug in der Band vor allem "seine überschwänglichen, emotionenaufreibenden Kompositionen bei", schreibt die "New York Times". Die Band verkaufte nach Angaben des Musikmagazins "Billboard" in den USA mehr als neun Millionen Alben.

Die Siebzigerjahre brachten viel Unruhe für Gregg Allman: Er sagte in einem Prozess gegen einen ehemaligen Roadmanager in einem Drogenprozess aus. Und seine Ehe mit der Sängerin Cher war auch mehr als turbulent. Im Jahr 1975 heirateten die beiden in Las Vegas. Cher beantrage nach neun Tagen die Scheidung, ließ aber später wieder davon ab, um sich zwei Jahre später doch zu trennen. Gemeinsam veröffentlichen sie das Duettalbum "Allman and Women" (1975).

Gregg Allman und Cher
AP

Gregg Allman und Cher

Die Achtzigerjahre waren hingegen vor allem für die Band turbulent, die sich mehrfach auflöste und wieder zusammenkam - in unterschiedlichen Besetzungen. 1990 vereinigte sich die Band erneut und begann auch, neue Musik herauszubringen, mit der sie sich ein neues Publikum erschloss. 1996 bekam sie einen Grammy für die beste Instrumentalperformance für "Jessica".

Allman schrieb in seinen Memoiren auch, dass er es mit den Frauen, den Drogen und dem Alkohol übertrieben hätte. Mit 50 Jahren sei er dann trocken und "brandneu" gewesen. 2010 unterzog sich Allman einer Lebertransplantation, weil er sich mit Hepatitis C angesteckt hatte. Ein Jahr nach der OP veröffentlichte er sein erstes Soloalbum in 14 Jahren: "Low Country Blues".

Allmans Lieder, seine Stimme, sein Spiel am Keyboard und der Gitarre inspirierte eine Reihe von Künstlerinnen und Künstler. Auf Twitter und Instagram gedachten neben Cher unter anderem auch Slash, Sheryl Crow, Gloria Estefan und Melissa Etheridge des verstorbenen Musikers.

Gregg Allman starb am Samstag im Alter von 69 Jahren in Savannah im US-Bundesstaat Georgia.

ipp/ap/afp



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.