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Kein Rockfestival am Nürburgring? "Grüne Hölle" könnte nach Schalke umziehen

Konzert in der Schalke-Arena in Gelsenkirchen: Zieht das Deag-Festival hierher? Zur Großansicht
Karsten Rabas

Konzert in der Schalke-Arena in Gelsenkirchen: Zieht das Deag-Festival hierher?

Der Nürburgring bleibt 2015 womöglich ganz ungerockt: Der Konzertveranstalter Deag erwägt, sein neues "Grüne Hölle"-Festival nach Schalke zu verlegen. Der Grund: Streit ums Geld.

Die Konzertagentur Deag prüft die Verlegung des Rockfestivals "Grüne Hölle" vom Nürburgring nach Gelsenkirchen. Derzeit liefen Gespräche mit der dortigen Veltins-Arena, teilte Deag am Montag mit, "eine Entscheidung dazu wurde aber noch nicht getroffen".

Deag-Chef Peter Schwenkow sagte der Deutschen Presse-Agentur, innerhalb von drei Tagen solle Klarheit geschaffen werden. Es gebe bereits eine Reservierung für das Stadion in Gelsenkirchen für den Festivaltermin vom 29. bis 31. Mai. Sollte es zum Umzug kommen, könnten Fans Ring-Karten zurückgeben oder dafür Tickets für Gelsenkirchen oder das Parallel-Festival in München bekommen.

Hintergrund für die Überlegungen ist ein Streit mit der Capricorn Nürburgring GmbH (CNG). Entgegen der vertraglichen Vereinbarungen habe sich der Ringbetreiber bisher "zu keinem Zeitpunkt an den Zahlungen für Künstlergagen und Werbemaßnahmen beteiligt", hieß es in der Mitteilung der Deag.

Ein CNG-Sprecher hatte zuvor einen Konflikt bestätigt: "Es ist in der Tat so, dass wir einen Streit um die Kosten haben." CNG-Geschäftsführer Carsten Schumacher sagte, die Deag sei als Veranstalter für Marketing und Ticketverkäufe verantwortlich und habe letztlich die gesetzten Ziele eklatant verfehlt.

Die "Wirtschaftswoche" hatte berichtet, dass für das Festival am Nürburgring Anfang Februar erst 7500 Wochenendtickets verkauft worden seien, woraufhin eilig Tagestickets auf den Markt gebracht worden seien. 800.000 Euro Vorverkaufserlösen bis Mitte März stünden Kosten von mehr als 3,5 Millionen Euro gegenüber. Die Vorverkaufszahlen für die Schwesterfestivals in München ("Rockavaria") und Wien ("Rock in Vienna") stellt das Magazin etwas besser dar.

Um das Festival am Nürburgring hatte es 2014 Streit gegeben: Der langjährige Veranstalter Marek Lieberberg hatte wegen neuer Forderungen der Ring-Betriebsgesellschaft seinen Abschied von dem Gelände erklärt, wo "Rock am Ring" seit 1985 ausgerichtet wurde. Weniger als 30 Kilometer Luftlinie entfernt, auf dem Flugplatz Mendig, hat Lieberberg einen neuen Veranstaltungsort gefunden. "Rock am Ring" ist dort mit über 85.000 verkauften Tickets bereits ausverkauft.

feb/dpa

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1. zuviel
freddykruger, 30.03.2015
Grüne Hölle ist einfach zum scheitern verurteilt. Zum einen, es gibt ein Überangebot an Festivals in Deutschland, das angrenzende Ausland nicht mitgerechnet. Zum anderen ist die Bandauswahl völlig idiotisch. Größenteils Metalbands, was mir natürlich entgegenkommt, dann aber so Gurken wie Muse oder Kinderpseudometal ala Limp Bizkit u.ä. Müll. Ich denke auch das es Kontraproduktiv ist auf einen Gelände das Festival zu veranstalten auf dem traditionel das Rock am Ring seinen Platz hatte. Wenn Festivals dann bevorzuge ich das With Full Force, Wacken oder Bang Your Head in Balingen. Wenn es der Job erfordert auch gerne nach Roskilde. Ist dort zwar auch sehr gemischt was die Band auswahl betrifft. Aber die Stimmung ist dort super.
2. verspielt
dukat 30.03.2015
Nach der Schmierenkomödie mit dem Rock am Ring Festival geschieht das den Betreibern des Nürburgrings ganz recht, wenn sie am fraglichen Wochenende nicht mehr als ein paar Hobbypiloten über die Schleife schicken dürfen. Fazit: Gier frisst Hirn auf.
3. Passt nicht
Ryker 30.03.2015
Das Line Up zielt auf die Gruppe der zahlungsfähigen Ü40. Das Problem, das ich sehe: Die Leute, denen das Line Up gefällt sind nicht mehr gewillt, sich ein ganzes Wochenende auf einem Festival rumzutreiben. Und die, die dazu bereit sind wollen oder können keine 200€ dafür ausgeben. Ohne Nebenkosten. Für Opas und Poser auf der Bühne. Da passt alles nicht zusammen.
4. Pech gehabt
nico.schmitz 30.03.2015
Geschieht den Ring-Betreibern recht! Erst flott mehr Geld fordern, jetzt kommt die Rechnung in Form von weniger Geld. Es gibt noch Gerechtigkeit...
5.
crunchy_frog 30.03.2015
Erst vergraulen sie den wohl rennomiertesten Festivalveranstalter Deutschlands und dann auch noch seinen Ersatz. Scheinen ja echte Profis zu sein, die Leute bei Capricorn. Nur schade um Rock am Ring, dass dieses traditionsreiche Festival binnen kürzester Zeit von geldgeilen Amateuren kaputt gemacht wurde.
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