Rave-Hit "Infinity" Guru Josh gestorben

Sein einer großer Hit war eine Hymne der Rave-Generation: "Infinity" war mit seinem prägnanten Saxofonthema 1990 ein Welterfolg für Guru Josh. Nun ist der Brite, der eigentlich Paul Walden hieß, auf Ibiza gestorben. Er wurde 51 Jahre alt.

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Noch 2012 freute sich eine Großdisko im Kreis Euskirchen, "einen echten Weltstar" begrüßen zu dürfen, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete: Guru Josh war zu Gast für ein DJ-Set, sein einer großer Hit "Infinity" war gerade mal wieder in den Charts, diesmal dank einer Eiswerbung und im Remix von DJ Antoine.

Eigentlich hatte Paul Walden in die Fußstapfen seines Vaters, eines Zahnarztes, treten wollen und auch Zahnmedizin studiert. Doch dann kam die Musik dazwischen: erst als Hobby mit einer Rockband und dann mit dieser einen Single, für die der Saxofonist der Band, Mad Mick genannt, ein eingängiges Thema eingespielt und Walden die Housebeats dazu gebastelt hatte.

Er nannte sich nun Guru Josh und verkündete auf der Single: "1990s, time for the Guru". Zunächst ließ er nur 500 Exemplare von "Infinity" pressen, doch eines landete beim Hacienda-DJ Mike Pickering, der es zum Hit im legendären Klub in Manchester machte. Von dort aus ging "Infinity" in die Welt, der Song wurde europaweit ein Hit, in Deutschland kam er bis auf Platz zwei der Singlecharts.

Guru Josh - Infinity

Guru Josh: Infinity auf tape.tv.

Einen weiteren richtigen Hit konnte Guru Josh danach allerdings nicht mehr landen. "Infinity" hingegen kehrte 2008 im großen Stil in die europäischen Hitparaden zurück, als der Kölner DJ Klaas den Song remixte. Paul Walden sagte dem "Guardian" 2015, der Track habe sich insgesamt etwa sechs Millionen mal verkauft. Er selber arbeitete in der Folge hinter den Kulissen des Rave-Geschäfts, unter anderem mit einer Grafikagentur.

Nun ist im Paul Walden alias Guru Josh im Alter von 51 Jahren gestorben. Das berichtete die britische Zeitung "The Guardian" online unter Berufung auf den Agenten des Musikers. Danach starb er am Montag auf Ibiza. Über die Todesursache wurde zunächst nichts bekannt. Darren Bailie, mit dem Walden zusammen mehrere Musikprojekte angeschoben hatte, äußerte sich auf Facebook geschockt über den Tod des DJs.

feb/dpa

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