Gutmensch Wolfgang Niedecken Verdamp lang her

Der Frontman der Rockgruppe BAP möchte "endlich mal dieses Uralt-Image des bedingungslosen Gutmenschen von der Backe" kriegen. Das kann er haben.


Missionare unter sich: Wim Wenders und Wolfgang Niedecken
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Missionare unter sich: Wim Wenders und Wolfgang Niedecken

Köln - "Pazifismus ist für mich abgehakt, seit ich 1987 mit den Complizen in Nicaragua und Mosambik gespielt und erkannt habe, dass das doch eher eine Luxushaltung für mitteleuropäische Wohlstandsbürger ist", erklärte Niedecken der "Frankfurter Rundschau".

"Mit dem Kosovo-Einsatz war ich spätestens nach dem Massaker von Srebrenica einverstanden. Endlich wurde eingegriffen und die Menschen nicht weiter feige ihrem Schicksal überlassen."

Zurzeit sei er aber sehr froh, dass das Wahlergebnis für die rot-grüne Koalition "in der jetzigen Situation mit dem Irak zu Stande gekommen ist". "Denn ob diese rot-grüne Regierung mit dem Thema umgeht oder Stoiber und Westerwelle, das macht schon einen großen Unterschied.

Der Knüppel wird jedenfalls von Schröder und Fischer nicht im vorauseilenden Gehorsam aus dem Sack geholt", sagte der Kölner Sänger. "So blöd sich das anhört, aber ich habe immer noch das Gefühl, dass Joschka Fischer einer von uns ist, ob er nun Turnschuhe trägt oder nicht."

Ob Niedecken bereit ist, neben der Gut-Mensch-Mentalität nun auch endlich seine Jeansjacken aus den 80er-Jahren abzulegen, wurde er in dem Interview nicht gefragt.



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