Nach Echo-Eklat Helene Fischer kritisiert Ehrung für Kollegah

"Persönlich bedrückend": Nach einer Woche des Schweigens äußert sich die Echo-Preisträgerin Helene Fischer zu der Ehrung von Kollegah und Farid Bang. Den Fans der beiden schickt sie Licht und Liebe.

Helene Fischer bei der Echo-Verleihung
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Helene Fischer bei der Echo-Verleihung


Von Campino bis Marius Müller-Westernhagen: Zu der Echo-Auszeichnung an Kollegah und Farid Bang am letzten Donnerstag haben sich schon eine ganze Reihe von Künstlerpersönlichkeiten geäußert. Nur eine schwieg bislang stoisch - obwohl sie zu den Mächtigsten des deutschen Musikgeschäfts zählt: Helene Fischer.

Jetzt meldet sich Fischer via Facebook zu der umstrittenen Preisvergabe. Dabei thematisiert sie auch den Druck, den die Medien angeblich auf sie ausgeübt hätten. Die Popmusikerin schreibt in ihrem Statement erst einmal über sich selbst: "Es ist eigentlich nicht meine Art mich auf diese Weise öffentlich zu äußern, nur weil es für einige Medien im Moment offenbar fast kein anderes Thema zu geben scheint. Es ärgert mich sehr, dass dieses Thema in dieser Form mit meinem Namen verknüpft wird."

Nach einem sehr langen Absatz über ihr Verhältnis zu ihren Fans und ihrem allgemeinen Wunsch, Liebe zu verbreiten, kommt sie schließlich zum Thema: "Ich möchte euch sagen, wie unangemessen und beschämend ich es fand, die beiden bei der Preisverleihung auf der Bühne in dieser Art 'performen' zu sehen. Den ECHO zu gewinnen ist vielleicht das eine, die beiden dort auch noch auftreten und ihre Show machen zu lassen, fand ich persönlich bedrückend. Schade, dass durch diese Provokation so viel Promotion entsteht - auch jetzt wieder, wenn ich diese Zeilen schreibe. Nicht nur, dass man ihren gewaltverherrlichenden, antisemitischen, homophoben und frauenverachtenden Texten ein Podium geboten hat … auch die Bedeutung des ECHO ist somit komplett in den Hintergrund geraten und von den Negativ-Berichten überlagert worden."

Die Musikerin schließt mit den Worten: "All den Anhängern dieser Musik möchte ich, so esoterisch es vielleicht auch klingen mag, Licht und Liebe schicken. In diesem Sinne, auf die Verbreitung von Liebe!"

Zuvor hatte sich auch die Plattenfirma BMG von Kollegah und Farid Bang distanziert: Man werde vorerst keine weiteren Lieder mit den Musikern produzieren. "Wir hatten den Vertrag über ein Album. Jetzt lassen wir die Aktivitäten ruhen, um die Haltung beider Parteien zu besprechen", hatte Vorstandschef Hartwig Masuch laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erklärt.

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cbu

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claudede noir 20.04.2018
1. ..hat aber gedauert
..unter dem motto einfach mitschwimmen-armutszeugnis frau fischer!
spon-1310712841582 20.04.2018
2. Sie ist halt anders
als viele Foristen und Politiker. Ernst nachdenken und sich dann äußern.
SethSteiner 20.04.2018
3. Was viel trauriger ist
ist, dass bei der ganzen Sache Kollegahs Verschwörungstheoretischer Blödsinn einfach ignoriert wird. Der Rap hat hier ein ernstes Esoterik-Problem, da wird Blödsinn wie die zionistische Weltverschwörung genauso aufgewärmt wie Chemtrails. Das wäre es Wert zu diskutieren, anstatt über Verbote zu reden und wie schlimm die Auschwitz-Zeile ist.
Das Pferd 20.04.2018
4.
Zitat von spon-1310712841582als viele Foristen und Politiker. Ernst nachdenken und sich dann äußern.
Dann denkt sie aber langsam. Die war doch bei der Show dabei, um etwas "bedrückend" zu finden bruacht man i.a.R. keine Woche. Ich denke, ihr Management ist ganz einfach aufgewacht und gemerkt, daß ein Statement jetzt gut wäre.
Remannzipation 20.04.2018
5. Verspätung der Opportunisten
Punktsieg für Herrn Fleischhauer, der "aus Prinzip Leuten, die mit der Verspätung des Opportunisten zu ihrer Überzeugung finden", mißtraut. Echolos in die Nacht ! Nun doch ein Echo von Frau Fischer aus Irgendwo. Sie sollte Ihrem Agenten mitteilen, dass der Ratschlag, nun doch die Fahne in den Wind zu stellen, ein schlechter war. Zudem fehlt mir jegliche Intuition und Authentizität bei der Künstlerin selbst. Darüber bin ich enttäuscht.
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