Pop! Money, Money, Money

HipHop-Superstar Dr. Dre hat schon ewig kein Album veröffentlicht, führt aber trotzdem eine Forbes-Liste der Pop-Großverdiener an. Und Robin Thicke und Miley Cyrus sind ohnehin von Geburt an reich.

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AFP

Reich

Alle, die jammern, dass im Musikgeschäft kein Geld mehr zu machen sei, sollten dieser Tage an Andre Young alias Dr. Dre denken. Der 49-jährige Rapper und Produzent war in der Schule ein Tiefflieger und punktete später als Gangsta-Rapper. Dass sich auch so eine Karriere auf lange Sicht auszahlen kann, belegt eine aktuelle Forbes-Liste der HipHop-Großverdiener. Da thront Dr. Dre lässig auf Rang eins mit einem Jahreseinkommen von 620 Millionen Dollar, was mehr ist, als alle anderen auf der Liste - von Pharrell Williams über Kanye West bis Jay-Z - zusammen eingestrichen haben. Zu verdanken hat Dr. Dre diesen Reichtum dem Verkauf der Kopfhörer-Firma Beats, an der er entscheidend beteiligt war, an Apple. Lustig ist dabei, dass das ewig angekündigte neue Dr.-Dre-Album nach wie vor in weiter Ferne scheint. Da der Künstler auch immer mal wieder für Überraschungen gut war, wäre vorstellbar, dass er sein Album vielleicht zu Weihnachten von seinen Apple-Geschäftspartnern verschenken lässt. Leisten könnte er sich das zumindest.

Klamm

Vielleicht hat Dr. Dre aber auch nur rechtzeitig seine Konsequenzen daraus gezogen, dass allein mit Tonträgern dieser Tage kein Vermögen mehr zu machen ist. Ein Umstand, den jüngst Elly Jackson, alias La Roux, bejammerte. Die junge Britin, die mit Retro-Elektro-Pop recht erfolgreich war, klagt in einem Interview, dass bitte keiner denken solle, dass sie Millionärin sei, bloß weil sie mehr als sechs Millionen Tonträger verkauft habe: "Ich habe noch nie Geld mit Plattenverkäufen gemacht." Schlimmer noch seien Tourneen, wo sie, nach eigenen Angaben, meistens draufzahlen müsse. Dass sie nicht auf der Straße leben muss, habe sie allein Geld zu verdanken, das sie durch Radioeinsätze verdiene. Heranwachsende mit Popstarambitionen, die das lesen, sollten daraus lernen: Es kann nicht schaden, die Schule zu beenden.

Gepolstert

Wenn es auf der Einkommensspirale weiter nach unten geht, könnte es darauf hinauslaufen, dass sich nur noch Kinder von Besserverdienern eine Pop-Karriere leisten können. Denn auch, wenn es der Legendenbildung zuträglich ist, sich aus irgendeinem Ghetto hochgearbeitet zu haben so wie Dr. Dre, sind die Charts voll mit Musikern, die nicht wirklich darauf angewiesen wären, Geld zu verdienen. Eine Liste von reichgeborenen Popstars bietet der Popcrush-Blog. So ist der Pseudo-Soul-Mann Robin Thicke Sohn des kanadischen Film- und TV-Stars Alan Thicke. Der Daddy von Maroon-5-Sänger Adam Levine nennt eine Modehaus-Kette sein eigen, und der Vater von Gangnam-Style-Star Psy ist ein erfolgreicher Manager. Auch Miley Cyrus kommt nicht aus der Gosse. Ihr Daddy Billy Ray Cyrus häufte als Country-Star immerhin ein Vermögen von mehr als 50 Millionen Dollar an. Zu seiner Zeit war das ja noch möglich.

Beseelt

Am glücklichsten wird vielleicht ohnehin, wer allen materiellen Ballast abgeworfen hat. Im Blog des Guardian plaudern Musiker wie die ehemalige Prince-Gefährtin Sheila E, der Ex-Radau-Rapper Chuck D und andere vom Glück, den der Glaube zu bieten hat. Amen.

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