Howlin' Wolfs Gitarrist Blues-Legende Hubert Sumlin ist tot

Er spielte nicht viele Noten, aber die platzierte er meisterhaft: Hubert Sumlin prägte als Begleiter des Blues-Sängers Howlin' Wolf eine Generation von Rockmusikern, von Eric Clapton bis Keith Richards. Nun ist der legendäre Gitarrist im Alter von 80 Jahren gestorben.

Gitarrist Sumlin 2007: "Ein Gentleman ersten Ranges" nannte ihn Keith Richards
DPA

Gitarrist Sumlin 2007: "Ein Gentleman ersten Ranges" nannte ihn Keith Richards


"Hubert war Wolf, Wolf war Hubert": So charakterisierte Hubert Sumlin 1989 seine Zusammenarbeit mit dem legendären Blues-Heuler Howlin' Wolf. "Ich kam dorthin, wo er mich haben wollte, bevor er danach fragte, denn ich fühlte den Mann." Es war die turbulente Partnerschaft mit Howlin' Wolf, die den Gitarristen Hubert Sumlin selbst zur Legende machte. Gut zwei Wochen nach seinem 80. Geburtstag starb der Musiker nach Angaben seiner Managerin am Sonntag in einem Krankenhaus in Wayne, New Jersey, einem Vorort von New York.

Hubert Sumlin hatte mit seinem Stil Jimi Hendrix, Eric Clapton, Keith Richards und andere Gitarrenlegenden beeinflusst. Das Musikmagazin "Rolling Stone" listete ihn auf Platz 43 seiner Parade der 100 größten Gitarristen aller Zeiten. Vor drei Jahren war er in die "Blues Hall of Fame" aufgenommen worden.

Sumlin war in den US-Südstaaten in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Mit sechs bekam er seine erste Gitarre und wollte eigentlich Jazzmusiker werden. "Aber dann hörte ich diese alten Kerle den Blues spielen - Charley Patton, Robert Johnson - und wusste: 'Da will ich hin'", erzählte er 1986 der "New York Times". Als Teenager war er schon so gut, dass Howlin' Wolf, der eigentlich Chester Burnett hieß, auf ihn aufmerksam wurde.

Gemeinsam nahmen sie 1956 den Hit "Smokestack Lightnin'" auf, der in den USA kürzlich ein Comeback feierte - als Werbemusik für Viagra. Das Album "Howlin' Wolf" von 1962 galt dem Kritiker Greil Marcus als "das beste von allen Chicago-Blues-Alben". Darauf waren Songs zu hören wie "Back Door Man", "Spoonful" und "The Red Rooster", die jeweils gecovert wurden von den Rockbands The Doors, Cream und The Rolling Stones. Die Zusammenarbeit endete erst mit Wolfs Tod 1976.

Sumlin hatte noch im Februar in einem Interview gesagt: "Ich bin noch lange nicht fertig." Die "New York Times" berichtete einen Monat später, dass Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards seinem Vorbild Sumlin die Arztrechnungen zahle. In einem Statement sagte Richards: "Für mich war er ein Onkel und ein Lehrer, alle Gitarristen werden dasselbe fühlen wie ich. Er war warmherzig, humorvoll und immer ermutigend. Er war ein Gentleman ersten Ranges."

In dem Interview hatte Sumlin selbst aber einen anderen Engländer noch mehr gelobt: "Eric Clapton ist ein Typ, der den Blues wirklich spielen kann", sagte er der "Times". "Ich fühle es, wenn er spielt. Er hat die Seele (der Musik), und zwar eine Menge davon."

feb/dpa



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